Chow Chow

Der stolze Chow Chow

Der Chow Chow ist eine Hunderasse mit einem außergewöhnlichen Äußerem. Gegenüber Fremden ist er häufig distanziert. Lässt er sich jedoch auf seine Besitzer ein, ist er ein treuer Kamerad, der in den verschiedensten Bereichen eingesetzt werden kann.

Steckbrief

Lebenserwartung: 9 bis 14 Jahre
Gewicht: 20 bis 32 kg
Widerristhöhe: 46 bis 56 cm
Charakter: ruhig, eigenwillig, sehr wachsam, treu
Farben: schwarz, rot, blau, rehfarben, creme, weiß
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 5
Kosten: Zwischen 800 & 1.000 Euro

Wesen und Charakter

Der Chow Chow ist ein kompakter mittelgroßer Hund, der bis zu 56 cm groß und bis zu 32 kg schwer werden kann. Wesentliche Merkmale sind die blauschwarz gefärbte Zunge sowie die Halskrause, die an eine Löwenmähne erinnert. Die Augen haben die Form von Mandeln und sind tief angesetzt. Chows können raues oder glattes Fell haben, das rot, schwarz, blau, zimt oder creme gefärbt ist.

Der Chow Chow hat ein einzigartiges Aussehen. Zudem hat er einen stolzen und unabhängigen Charakter, der dem von Katzen sehr ähnlich ist. Mit seinem muskulösen Äußeren und seiner tiefen Brust repräsentiert dieser Hund das alte China mit all seiner Würde.

Chows sollen ihren Besitzern zufolge die saubersten aller Hunde sein. Sie riechen nur minimal. Ist ein Chow gut erzogen, zeichnet er sich durch seine Intelligenz, Ruhe und Würde aus. Er passt sich den gegebenen Umständen gut an und braucht keinerlei spezielles Training. Hat ein Chow zu seinen Besitzern einmal Vertrauen gefasst, ist er absolut loyal.

Herkunft & Geschichte

Der Chow Chow stammt ursprünglich aus dem alten China, genauer gesagt aus der Han Dynastie (ungefähr 206 v. Chr.). Damit repräsentiert er vermutlich eine der ältesten Hunderassen der Welt.

Der multifunktionale Einsatz des Chows ist in seiner Historie begründet. Zunächst war er ein beliebter Begleithund der chinesischen Adeligen. In der Tang Dynastie (ca. achtes Jahrhundert) war der Hund so beliebt, dass ein damaliger Kaiser etwa 5.000 Chows hielt, die von 10.000 Mitarbeitern versorgt wurden. In den kommenden Jahrhunderten wurden sie jedoch auch als Wachhunde, Jagdhunde und zur Beförderung von Waren eingesetzt.

Der Ursprung des Namens Chow Chow ist nicht ganz eindeutig. Die Bedeutung des kantonesischen Wortes Chow könnte vom Wort “essbar” abgeleitet worden sein. Dies rührt daher, dass die Vorfahren dieser Hunderasse für die Bewohner in dicht besiedeltem Gelände als Nahrungsquelle herhalten mussten.

Eine weitere Erklärung stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie besagt, dass der Ausdruck “chow-chow” auf den englischen Handelsschiffen für die kleinen übrig gebliebene Dinge genutzt wurde, die nicht auf der Liste der Schiffsladung aufgezählt wurden. Die Chows, die von den britischen Händlern erworben wurden, fielen somit unter den Ausdruck “chow-chow”.

Die sogenannten Wild Dogs of China bekamen in den 1820er Jahren einen Platz im Londoner Zoo. Bekanntheit erlangten sie jedoch erst, als die Hundeliebhaberin Königin Victoria sich einen Chow zulegte. In Nordamerika wurden sie seit den 1890ern ausgestellt. Der American Kennel Club (AKC), welcher der größte Dachverband der US amerikanischen Rassehundezüchter ist, nahm den Chow Chow 1903 auf.

Überlegung vor der Anschaffung

Wie bei allen Hunderassen sollte der Chow Chow schon im Welpenalter in die Hundeschule gehen bzw. Welpenkurse besuchen. So ist eine adäquate Sozialisierung mit anderen Hunden möglich und der Chow wird zu einem ausgeglichenen Begleithund, der gut erzogen ist. Da der Chow sehr intelligent, aber auch eigensinnig sein kann, sollte man sich bewusst sein, dass man diesem Hund mit Geduld und liebevoller Strenge begegnen sollte. Konsequenz, Liebe und Lob führen zu einer harmonischen Beziehung, die auf Vertrauen basiert.

Das ausladende Doppelhaar der Rau- und Glatthaar-Chow Chows muss regelmäßig gepflegt werden, damit Fell und Haut gesund bleiben. Dies kostet viel Zeit, die wöchentlich aufzuwenden ist. Das Fell (Deckhaar und Unterwolle) sollte mindestens zweimal pro Woche ausgiebig gebürstet werden. Zecken und Flöhe müssen sofort entfernt werden. Augen und Ohren sollten immer mitbehandelt werden. Das Fell von Welpen als auch die Halskrause können schnell verfilzen, wenn die Pflege vernachlässigt wird.

Es gibt einige gesundheitliche Probleme, die bei dem Chow Chow auftreten können. So sind Probleme mit den Augenlidern (Roll-Lid), Dysplasien der Ellbogen und Hüfte, Probleme mit der Schilddrüse und Allergien bekannt. Durch eine verantwortungsvolle Zucht und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt, können diese Erkrankungen jedoch ausgeschlossen bzw. frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

Die Kosten für die Anschaffung, Welpen- bzw. Hundeschule, Ausrüstung (Halsband, Hundeleine, Bürste etc.), Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt, sowie die Hundehaftpflichtversicherung, ggf. eine Krankenversicherung als auch Betreuungskosten (z. B. im Urlaub) sollten vor der Anschaffung immer bedacht werden.

Geeignete Aktivitäten mit dem Chow Chow

Der Chow Chow benötigt kein exzessives Training. Er liebt es, aktiv zu sein und lernt schnell, da er ein fokussierter Hund ist. Mehrere Spaziergänge am Tag in einer gemäßigten Geschwindigkeit sind für diese Hunderasse ausreichend. Körperliche Betätigung in den heißen Phasen des Jahres sollte jedoch vermieden werden, da der Chow dies nicht gut verträgt. Das Spielen mit Spielzeug sollte nicht zu wild und intensiv betrieben werden. Diese Rasse mag es gemäßigt.

Rassemerkmale

Der Chow Chow ist ein kräftiger, sehr muskulöser mittelgroßer Hund. Er hat einen schweren Knochenbau und ist quadratisch gebaut. Er ist robust und repräsentiert den arktischen Hundetyp. Der Chow ist ein aufrechter Hund mit einem kompakten Körper sowie einer kurzen Kuppe, die breit und tief ist. Der Schwanz ist hoch angesetzt und wird sehr dicht am Rücken getragen.

Die Beine sind gerade und kräftig. Direkt unter dem Hüftknochen sind das Sprunggelenk und die Mittelfußknochen. Betrachtet man den Chow von der Seite, erkennt man einen leichten Winkel der Hinterbeine. Hierdurch ergibt sich der charakteristische und einzigartige Gang dieser Rasse, der mit kurzen und gestelzten Schritten erfolgt.

Der Kopf wirkt im Verhältnis zum Körper groß. Dies ergibt sich durch den flachen und breiten Schädel. Die Schnauze ist kurz, breit als auch tief. Die Halskrause verleiht dem Chow sein stolzes Aussehen. Trotz seines kräftigen Äußeren ist der Chow Chow ein eleganter, beweglicher Hund, der gerne aktiv ist. Ein wesentliches Charakteristikum ist die blauschwarze Zunge.

Geeignete Ernährung

Der Chow Chow ist anfällig für Allergien, sodass schnell Irritationen bei einer ungeeigneten Ernährung auftreten. Eine getreidearme Ernährung mit einem hohen Fleischanteil eignen sich für diese Rasse besonders gut. Hierbei kann auf kommerzielles Trocken- und Nassfutter zurückgegriffen werden, das sich jedoch durch seine Hochwertigkeit auszeichnet. Auch wenn die Futtersorte beibehalten wird, sollte der Hund regelmäßig auf Anzeichen von Allergien untersucht werden. Die Inhaltsstoffe werden von Futtermittelunternehmen häufig verändert.