Alano

Porträt zur Hunderasse Alano – dem tollen Hund für den erfahrenen Halter

Der Alano, in Deutschland auch oft als Spanische Dogge bezeichnet, hat kontrastreiche Wesenszüge. Der Alano ist ein Jagdhund. Er wird aber auch gern als Familienhund gehalten. Wer sich einen Alano anschaffen möchte, sollte ein erfahrener Hundehalter sein. Für Anfänger ist der Hund nicht gut geeignet. Der Alano ist ein sehr robuster Hund. Rasseerkrankungen sind nicht bekannt. Hier nun das vollständige Portrait zu Rasse Alano.

Steckbrief

checkLebenserwartung: 11 bis 14 Jahre
checkGewicht: 25 bis 40 kg
checkWiderristhöhe: 55 bis 63 cm
checkCharakter: anhänglich, freundlich seinen Menschen gegenüber, mutig und jagdfreudig
checkFarben: fahlgelb bis hellgraubraun, auch rot oder gestromt, weiße Abzeichen möglich, dunkle Maske
checkFCI-Gruppe: von FCI nicht anerkannt
checkKosten: Zwischen 1.100 & 1.500 Euro

Wesen und Charakter

Der Alano ist schon wirklich ein einzigartiger Hund. Auf der einen Seite ist er anhänglich und freundlich seinen Besitzern gegenüber, auf der anderen Seite ist er sehr mutig und ein guter Jagd- und Schutzhund mit einem gesunden Angriffstrieb. Der Alano will stets gefordert werden. Er hat ein großes Selbstbewusstsein. Ist er in seinen wesentlichen Charakterzügen auch geduldig, nervenstark und friedvoll, muss der Hundehalter doch von Anfang an Wert auf eine gute Hundeerziehung legen. Es muss dem Hund immer wieder liebevoll beigebracht werden, wer die Führungsrolle übernimmt. Der Alano wird dann zu einem sanftmütigen, ruhigen Familienhund, der sich gern anfassen lässt, nicht beißt und die Ruhe selbst ist. Je mehr Menschen er in seiner Familie um sich hat, um so glücklicher ist er. Ist er gut sozialisiert, brauchen auch die Kinder keine Angst zu haben, dass er zuschnappt.

Auf der anderen Seite wird er beim Jagen sowie in Gefahren- und Schutzsituationen starrsinnig sein. Hier ist der Hundehalter stark in die Pflicht genommen und muss ihm beibringen, aufs Wort zu horchen, denn der Alano wird nicht aufgeben, bis er die Gefahr abgewehrt hat.

Ganz selbstverständlich möchte diese Hunderasse ständig gefordert werden. Ein Alano braucht Aufgaben. Er lässt sich hervorragend ausbilden und ist lernbegierig, schnell in seiner Reaktion und sehr lebhaft. Der Hundehalter sollte ihn deshalb täglich mehrere Stunden beschäftigen und ihm Gelegenheit geben, seinen natürlichen Drang nach Jagd und Bewegung ausleben zu können.

Herkunft und Geschichte

Wo er herkommt, weiß wohl auch heute noch niemand genau und es wird viel darüber spekuliert. Aber seit Mitte des 14. Jahrhunderts fand man in spanischen Jagdbüchern Berichte über eine Hunderasse, die dem heute bekannten Alano sehr ähnelt. Diese Hunderasse setzte man damals in Andalusien und anderen wenigen Regionen Spaniens zum Jagen und als Hütehunde ein. Wie in Spanien damals üblich, wurde der Alano an der Kette gehalten, auch zum Bewachen von Bauernhöfen und anderen Grundstücken eingesetzt. In der alten Jagdliteratur Spaniens findet man Beschreibungen von robusten, sehr großen und jagdbereiten Hunden, die sogar zur Jagd auf Großwild eingesetzt wurden.

Über einen langen Zeitraum lebte diese uralte Hunderasse in Spanien nur in wenigen Regionen. Es dauerte lange, bis der Alano in vielen Regionen Spaniens als Arbeits- und Jagdhund bekannt wurde. Viel später, im 19. Jahrhundert, setzte man ihn sogar bei Stierkämpfen ein. Er war robuster und durchsetzungsfähiger als alle vergleichbaren Hunderassen. Die wachsende Beliebtheit veranlasste die Züchter in Spanien dazu, dieser Hunderasse wieder mehr Augenmerk zu schenken. So begann man in Spanien offiziell seit Mitte der Neunziger mit seiner Zucht. Heute trifft man ihn in fast allen Regionen Spaniens an, egal ab auf dem Festland oder auf den Inseln. Der Alano ist in Spanien und darüber hinaus in anderen Ländern der Welt eine beliebte Hunderasse geworden.

Geeignete Aktivitäten

Regelmäßiger Auslauf ist für den Alano von großer Bedeutung. Außerdem sollte der Hund täglich mindestens einmal die Gelegenheit bekommen zu sprinten und zu toben. Stöckchen werfen bei einem ausgedehnten Waldspaziergang oder auf dem freien Feld sind ihm ein Vergnügen. Dafür sollte man schon 3 Stunden am Tag Zeit aufbringen.

Keinesfalls ist dieser Hund dafür geeignet, mit ins Büro genommen zu werden und dort stundenlang still zu sitzen. U-Bahn und S-Bahn sind nichts für den Alano. Ein solches Umfeld oder lange Spaziergänge im Großstadtdschungel machen ihn reizbar und er wittert Gefahr.

Die richtige Ernährung

Der Alano hat einen großen Bewegungsdrang und eine starke Muskulatur. Dementsprechend groß ist sein Nährstoffbedarf. Er sollte stets fleischhaltig ernährt werden. Hochwertiges Nassfutter ist vorzuziehen. Trockenfutter und Billigfutter mit einem hohen Anteil an Rohasche, Getreide und tierischen Abfällen stellen kein hochwertiges Futter dar, auch wenn der Alano nicht zu Allergien und Futterunverträglichkeiten neigt. Natürlich muss dem Tier auch genügend Wasser zur Verfügung gestellt werden.

Überlegungen vor der Anschaffung

Der Alano ist ein Hund, der gern in freier Natur ist und nach dem Austoben Zugang zum Haus und zur Nähe seiner Menschen braucht. Er benötigt viel Bewegung und Beschäftigung. Wer einen solchen Hund bei sich zu Hause aufnehmen möchte, muss dafür Sorge tragen, dass das Tier stets genug Auslauf hat, die Besitzer sollten selbst gut zu Fuß sein und viel Zeit haben, sich mit ihrem Hund zu beschäftigen. Erfahrungen in der Hundehaltung sind zwingend erforderlich. Wer das erste Mal einen Hund bei sich aufnehmen möchte, kann durch die Dominanz eines Alanos schnell überfordert sein. Außerdem ist unbedingt darauf zu achten, dass der Hund aus den Händen eines Züchters kommt, der seine Tiere einer Wesensprüfung unterzieht. Dabei werden die Hunde auf ihre Reaktion in Ruhe und in Reizsituationen überprüft. Auf gar keinen Fall sollte man einen Hund dieser Rasse von unseriösen Züchtern kaufen.

Außerdem ist zu beachten, dass der Alano in einigen Bundesländern als Listenhund geführt wird. Man sollte sich vor der Anschaffung unbedingt informieren, wie die Gesetzeslage im jeweiligen Bundesland ist. Auch auf Reisen ist dies zu beachten. Man tut gut daran, sich als Besitzer vor Antritt der Reise ins Ausland immer nach den geltenden Bestimmungen erkundigen.

Außerdem kommen neben den Kosten für Anschaffung und gesundes Futter auch Kosten für eine Versicherung auf den Hundehalter zu. Eine Haftpflichtversicherung für Hundehalter ist in vielen Bundesländern sogar verpflichtend. Ist der Alano auch noch so gut sozialisiert, man weiß nie, zu was für Schrecksituationen es im Alltag kommen kann. Er könnte sich vor Angst losreißen und einen Unfall verursachen. Die Kosten für Sach- und Personenschäden können sehr hoch werden und den Hundehalter finanziell stark belasten.

Auch Geld für den Krankheitsfall sollte man zur Verfügung haben oder eine entsprechende Krankenversicherung für den Hund abschließen.