Wellensittiche

Der Wellensittich

Wellensittiche gehören zu den beliebtesten als Haustier gehaltenen Vögel in Deutschland. Weltweit gesehen sind die munteren Kerlchen sogar die am meisten geschätzten. Doch leider fristen viele von ihnen ein trauriges Dasein in Einzelhaltung und in einem viel zu kleinen Käfig, was in keiner Weise einer artgerechten Haltung entspricht.

Herkunft und Geschichte

Die Heimat der Wellensittiche sind die Savannen und das Buschland Australiens. Dort leben sie in großen Schwärmen, am liebsten auf Eukalyptusbäumen. Sie bevorzugen Standorte an Flüssen und Seen. An die heutige Zeit passen sie sich leicht an. So wurden Wellensittichschwärme bereits auf Golfplätzen und Farmen gesichtet.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Wellensittich nach heutigem Kenntnisstand erst 1794 in George Shaws Buch “Zoology of New Holland”. Sein bis heute gültiger Gattungsname Melopsittacus undulatus wurde 1840 von John Gould in Band V seines Werks über die Vögel Australiens festgehalten. Gould war es vermutlich auch, der das erste Paar nach Europa brachte. Von da an war der Siegeszug der Wellensittiche nicht mehr aufzuhalen, auch wenn er mit viel Leid für die Tiere verbunden war. Millionenfach wurden sie eingefangen und nach Europa verschifft. Dieser Handel endete 1894 mit einem Gesetz, das die Ausfuhr von Vögeln aus Australien verbot. Es ist bis heute in Kraft. Zu dieser Zeit gab es jedoch schon Massenzuchten in Europa, die den Bedarf mehr als deckten.

Steckbrief: Färbung, Größe, Unterschied zwischen Männchen und Weibchen

Ursprünglich waren alle Wellensittiche grün-gelb gefärbt und mit dem typischen Wellenmuster, das dem Vogel seinen Namen gab, geschmückt. Kaum begann die Zucht in Europa, wurde auch mit Farbvarianten gespielt. 1878 gelang einem Belgier zum ersten Mal die Zucht von himmelblauen Wellensittichen. Inzwischen gibt es ein breites Spektrum an Farben: weiß, weißgrau, weißblau, himmelblau, kobaltblau, malve, olivgrün, gelbgrün und mehr.

Wellensittiche werden zwischen 15 und 20 Zentimeter groß und wiegen etwa 30 bis 40 Gramm. Männchen sind dabei meist kleiner und leichter als Weibchen.

Vor der fünften Woche sind kleine Wellensittiche selbst für erfahrene Züchter nur schwer zu unterscheiden. Doch dann beginnt sich die Wachshaut über dem Schnabel, in der sich auch die Nasenlöcher befinden, zu verfärben und die Unterscheidung wird leicht. Während sie bei weiblichen Wellensittichen zuerst hellblau wird und später braun, im Alter dann grau, ist sie bei jungen Hähnen rosa und wandelt sich dann in dunkleres Blau.

Wesen und Charakter

Wellensittiche werden oft als Clowns der Lüfte betitelt. Sie gelten als fröhliche Gesellen, die gerne lautstark zwitschern. Unumstritten ist auch, dass sie neugierig und intelligent sind. Doch bei Wellensittichen ist es wie bei uns Menschen: es gibt solche und solche. Offene, neugierige Kerlchen, die nach der Eingewöhnungsphase aus der Hand fressen, mit Geduld zahm werden und denen man sogar Kunststücke beibringen kann und Angsthasen, die Zeit ihres Lebens misstrauisch diesen großen Wesen genannt Mensch gegenüber sein werden. Mit denen Sie aber trotzdem Freude haben können, wenn Sie sie in der Interaktion mit ihren tierischen Kameraden beobachten. Das sollten Sie vor dem Kauf bedenken und sich Zeit nehmen, wenn Sie einen Wellensittich kaufen, damit Sie die Tiere genau beobachten können.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wellensittiche werden zwischen fünf und zehn Jahre alt. Ehe Sie losziehen, um sich einen Wellensittich zu kaufen, sollten Sie daher einige Überlegungen anstellen und Vorbereitungen treffen. Schließlich übernehmen Sie für viele Jahre die Verantwortung für ein kleines Wesen.

Die wichtigste Regel ist: Als Schwarmvögel sollten Wellensittiche niemals alleine gehalten werden.

Ideal für die Haltung der Vögel sind Volieren oder Vogelzimmer, aber nicht immer ist das möglich. Alternativ dazu gibt es im Handel eine große Auswahl an Käfigen, Bei Käfighaltung sollte aber gewährleistet sein, dass der Wellensittich täglich frei in der Wohnung fliegen kann.

Beim Käfigkauf sollten Sie nicht sparen und auf Qualität achten. Der Käfig sollte mindestens 80 Zentimeter breit sein. Es gibt geschwungene Käfige, die für das Auge schön anzusehen sind, doch zum Wohle der Vögel sollten Sie darauf verzichten. Für sie ist ein einfacher, rechteckiger Käfig die beste Wahl. Die Gitter sollten dunkel und matt sein. Achten Sie beim Kauf besonders darauf, dass sie aus einem nicht gesundheitsschädlichen Material sind. Leider ist das nicht so selbstverständlich,wie man eigentlich erwarten könnte.

Einrichten sollten Sie den Käfig mit Sitzstangen, Schaukeln, Klettermöglichkeiten und Futternäpfen. Auch ein Vogelbad wird gerne angenommen. Verzichten sollten Sie auf Spielereien wie Spiegel oder Plastikvögel. Es wurde schon festgestellt, dass der Stresslevel der Wellensittiche dadurch steigt.

Und dann ist der Entschluss gefasst: Sie werden sich einen Wellensittich kaufen. Sie haben sich um eine Unterkunft für ihren neuen gefiederten Freund gekümmert und auch schon einmal durchgerechnet, wieviel Sie monatlich für Futter und Einstreu ausgeben müssen. Ihnen ist auch klar, dass ein Tier krank werden kann und Tierarztkosten oft höher sind als die Anschaffungskosten. Aber sie werden den Vogel so sehr ins Herz geschlossen haben, dass Sie den Betrag gerne bezahlen.

Die Preise für einen Wellensittich variieren stark. Das hängt nicht nur mit einfachen Vögeln oder besonderen Züchtungen zusammen, sondern ist auch je nach Region unterschiedlich.

Der einfachste Weg, einen Wellensittich zu kaufen, ist sicherlich der Gang in ein Zoofachgeschäft. Aber es lohnt sich auch, in einem Tierheim nachzufragen. Dort werden Sie gut beraten und erfahren etwas über die Vorgeschichte und den individuellen Charakter. Etwas, das Zoogeschäfte oft nicht leisten können. Eine weitere Möglichkeit ist der Erwerb bei einem Züchter. Auch bei Züchtern erhalten Sie eine umfassende Beratung. Sie sollten allerdings darauf achten, dass es sich um einen seriösen Züchter handelt. Eine Liste finden Sie bei der Deutschen Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung(DSV).

Geeignete Ernährung

Auch für Wellensittiche gilt: Eine gesunde Ernährung ist das A und O. Achten Sie beim Einkauf von Futter daher auf die richtige Zusammenstellung. In ihrer Heimat ernähren sich Wellensittiche hauptsächlich von Grassaaten von Bodendeckern. Hirse und Saaten sollten daher der Hauptbestandteil einer gesunden und ausgewogenen Futtermischung sein. Getreide, Öle, Honig und andere Zuckerstoffe sind überflüssig und oft sogar schädlich.

Daneben freuen sich Wellensittiche auch über ungespritzte Zweige von Obstbäumen, Gemüse, das möglichst groß geschnitten sein sollte, damit die Vögel sich ihr Essen erarbeiten können, sowie über Löwenzahn, Sauerampfer, Vogelmiere oder andere Kräuter, die Sie regelmäßig anbieten sollten.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt werden Wellensittiche?
Wellensittiche können 5 bis 15 Jahre alt werden.

Was fressen Wellensittiche?

  • Samen und Körner
  • Kolbenhirse
  • frisches Obst (Ananas, Äpfel, Bananen, Erdbeeren, Kiwi, Orangen, Melonen, Papaya, Weintrauben etc.)
  • frisches Gemüse (Radieschen, Rote Beete, Salatgurken, Feldsalat, Karotten, Kürbis etc.)
  • Kräutern und Heilpflanzen (Basilikum, Beifuß, Kerbel, Thymian, Salbei, Wasserkresse, Johanniskraut, Dill)
  • Mineralien (Muschelgrit, Kalksteine, Vogelkohle, Kieselerde)
  • frisches Trinkwasser

Wer nimmt Wellensittiche auf?
Es gibt diverse Abgabestellen: Tierheime (zum Weitervermitteln), Züchter, Zoohandlungen oder Vermittlungsforen im Internet.