Komondor

Der Komondor – ein liebenswerter Zottel mit großer Persönlichkeit

Steckbrief

Lebenserwartung: 10 bis 13 Jahre
Gewicht: 50 bis 60 kg
Widerristhöhe: 70 bis 80 cm
Charakter: wachsam, intelligent, eigenständig, sanftmütig, treu
Farben: weiß, elfenbeinfarben
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 1
Kosten: Zwischen 1.200 & 1.600 Euro

Wesen und Charakter

Da der Komondor als Herdenschutzhund gezüchtet wurde, ist er in der Lage selbstständig und willensstark zu handeln und Verantwortung für die Aufgaben zu übernehmen, die ihm übertragen werden. Seiner Familie gegenüber verhält er sich zudem sehr loyal, zuverlässig und ist sehr kinderlieb. Dabei agiert der Komondor äußerst intelligent und besitzt ein gutes Gedächtnis. Zu Fremden ist er zunächst zurückhaltend, bis er geprüft hat, ob von den unbekannten Personen eine Gefahr für seine Besitzer und das Revier ausgeht. Deshalb ist es für den Hundehalter wichtig, den Komondor schon im Welpenalter in seinen besonderen Fähigkeiten mit dem ausgesprochenen Territorialverhalten zu verstehen und ihn rechtzeitig zu sozialisieren.

Herkunft und Geschichte

Die Tiere mit ihrem langen Zottelfell stammen ursprünglich aus Vorderasien, wo sie bei den Sumerern bereits Rinder gehütet haben. Dort entstand auch eine der ersten Version ihres Namens “Komondor” oder “KU-MUND-UR”, was so viel wie “den Herrn verehrenden Hund” bedeutet. Danach kamen die Rassehunde im 9. Jahrhundert vor allem nach Ungarn und zeichneten sich dort als treue, gutmütige und kluge Begleiter von umherziehenden Hirten und Viehzüchtern aus. Hier waren die Komondore ein wirksamer Schutz vor gefährlichen Fressfeinden, wie den Kojoten, Wölfen und Raubkatzen, die sie durch ihren Mut, sowie ihre Aufmerksamkeit immer wieder vertreiben konnten. Zudem schützte sie ihr Fell vor den Angriffen dieser Tiere und hielt auch harten Wetterbedingungen stand. Erst durch den Rückgang der Viehzüchteranzahl zu Beginn des 20. Jahrhundert verlor auch der Komondor immer mehr seine Herdenschutzfunktion. Gleichzeitig interessierte sich der europäische Adel für diese würdevolle Rasse und begann sie zu züchten. 1920 wurde der Komondor zum ersten Mal auf einer Ausstellung präsentiert, auf der man auch seine Zucht-Normen festlegte. Heutzutage werden die Tiere hauptsächlich als Begleit- und Familienhunde, aber auch noch als Treiberhunde gehalten.

Überlegungen vor der Anschaffung eines Komondors

Haltung

Um einen Komondor artgerecht zu halten, sollte das zukünftige Zuhause idealerweise eher im ländlichen Raum liegen. Hier wächst der Hund in einer natürlichen Umgebung auf und besitzt, wenn es sich beispielsweise um einen Bauernhof handelt, ein Revier, das er aufmerksam bewachen kann. Aber auch wenn er in der Stadt gehalten wird, benötigt der Komondor viel Bewegungsfreiheit und Auslauf, sodass man ihm dazu mindestens ein Haus mit Garten bieten sollte. Ferner wäre es empfehlenswert, wenn die neuen Besitzer über eine gewisse Hundeerfahrung verfügen würden, da die Rasse einer konsequenten, aber auch liebevollen Erziehung bedarf. Deswegen eignet sich der Komondor weniger für Hundeanfänger. Auch die Kosten, die beispielsweise für das Futter oder den Tierarzt anfallen, sind meist der Größe des Komondors geschuldet und müssten vor der Anschaffung des Vierbeiners dementsprechend dazu berechnet werden.

Pflege

Damit sich die typischen Zotteln bilden können, ist es überdies wichtig, dass das Fell des Tieres bereits im Welpenalter nicht gekämmt oder gebürstet wird. Es darf auch nicht gebadet werden, da diese Maßnahme die Struktur des Fells zerstören würde. Vielmehr sollte das verfilzte Hundehaar mit einer scharfen und an den Spitzen abgerundeten Schere vorsichtig von der Haut weg grob aufgeschnitten werden, um eine extreme und flächendeckende Verfilzung der Unterwolle über die Haut zu verhindern. Dabei ist es ratsam, dass die so entstehenden Schnüre eine Dicke von einem Daumen eines Erwachsenen erreichen, weil zu dünne Zotteln leichter abreißen könnten. Die Stränge, die von alleine wachsen, müssen dazu nicht mehr aufgerissen oder geschnitten werden. So entsteht ein prächtiges Zottelkleid, das den Komondor gegenüber Regennässe schützt und ihn vor Dreck und Schmutz unempfindlich werden lässt. Will man den Hund trotzdem einmal trocken rubbeln und säubern, eignet sich dazu am besten ein sauberes und griffiges Frotteehandtuch. Ein weiterer Vorteil des Felles ist, das der Hund nicht haart und auch keinem Fellwechsel unterliegt. Allerdings sollten die Schnüre regelmäßig gekürzt und die Ohren, Augen und das After täglich auf Ablagerungen, evtl. Verfilzungen bzw. Kotreste kontrolliert und gesäubert werden. Darüber hinaus sind die Pfoten und Zehenballen von verfilzten Zotteln zu befreien, damit sich beim Laufen durch Erde und Sand keine Reibungsstellen bilden und Entzündungen verursachen können. Diese kontinuierliche Pflege sollte bereits früh mit dem Hund eingeübt werden, damit er sich an die notwendige Berührung gewöhnen kann. Überdies fördert dieser enge Kontakt die Bindung zwischen dem Komondor und seinem Besitzer.

Geeignete Aktivitäten für den Komondor

Da der Komondor sehr bewegungsfreudig ist, braucht er neben täglichen Spaziergängen auch eine Aufgabe, bei der er idealtypisch seine hohe Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit unter Beweis stellen kann. Dazu eignet sich ggf. ein großer Bauernhof, wo der Hund auf das Gelände, seine Besitzer und andere Tiere aufpassen kann. Eine andere Möglichkeit der Beschäftigung wäre beispielsweise die Hundesportart Obedience (=Gehorsam), bei der der Hundehalter und sein Vierbeiner einzelne Trainingseinheiten, wie das Apportieren verschiedener Gegenstände aus unterschiedlichen Materialien oder perfekte Verständigungsübungen auf größere Distanzen absolvieren sollen. Dazu hat der Hundebesitzer die Wahl, ob er Obedience lieber mit seinem Komondor alleine betreiben oder ob er diesen zu Wettkämpfen z.B. bei einer Hundeschule bzw. einem Hundesportklub anmelden möchte. Hier gibt es vier Klassen (Beginner, Klasse 1-3), in denen sich die ausgezeichnete Bindung und Kommunikation zwischen dem Besitzer mit seinem Hund in zahlreichen Disziplinen vor einer Jury bewähren lässt.

Rassenmerkmale

Der Komondor zählt zu den größeren Hunderassen mit einem kompakten Körperbau, wobei die Hündin eine Größe zwischen 60-70cm und der Rüde bis zu 80cm erreichen kann. Überdies erlangen die Tiere im Durchschnitt ein Alter von bis zu 12 Jahren und können dabei ein Gewicht zwischen 50-60kg auf die Waage bringen. Ihr eindrucksvollstes Merkmal ist jedoch das lange dichte Fell, das in der Regel die Augen bedeckt. Dabei bestehen die weißen bis elfenbeinfarbenen Zotteln aus abgefallenen Deckhaaren, die sich mit den festsitzenden Haaren der Unterwolle zu langen Schnüren verfilzen.

Eine gesunde Ernährung ist das A und O

Wie bei allen Lebewesen ist auch beim Komondor eine ausgewogene Ernährung für ein ausgeglichenes Wohlbefinden wichtig. Dabei enthält ein optimales Futtermittel einen hohen Fleischanteil, der durch Proteine, Fette, Kohlenhydrate und pflanzliche Inhaltsstoffe, wie Getreide und Gemüse ergänzt werden kann. Dieses sollte der Komondor 1-2 mal/ Tag in Form von Nass- oder Trockenfutter erhalten. Das Trockenfutter besitzt dabei gegenüber dem Nassfutter den Vorteil, das es durch die raue Oberfläche der Pellets die Zähne des Hundes hervorragend reinigt. Bei jungen Hunden sollte ferner mehrmals am Tag eine kleine Portion gefüttert werden, da ihr Magen nur ein geringes Fassungsvermögen besitzt. Wenn der Vierbeiner evtl. Unverträglichkeiten gegenüber dem Futtermittel zeigt, sollte hier eher auf eine spezielle Nahrung umgestellt werden. So wird gewährleistet, dass der Hund stets gesund und munter bleibt.