Boston Terrier

Der Boston Terrier – ein charakterstarker Gentleman

Steckbrief

Lebenserwartung: 10 bis 15 Jahre
Gewicht: 6 bis 11 kg
Widerristhöhe: 35 bis 42 cm
Charakter: anhänglich, mutig, menschenbezogen, intelligent, kinderlieb, aufmerksam, lernfreudig
Farben: schwarz bis weiß gestromt, vereinzelt rötlicher Schimmer, verschiedene weiße Abzeichen
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 9
Kosten: Zwischen 1.500 & 2.0600 Euro

Wesen und Charakter

Im Gegensatz zum ursprünglichen Zuchtziel handelt es sich beim heutigen Boston Terrier keinesfalls um einen Kampfhund. Er besitzt zwar ein hohes Maß an Temperament und Selbstbewusstsein, welches er jedoch meist nur im Umgang mit anderen Vierbeinern zeigt. Oftmals überschätzt er sich dabei selbst.

Andererseits besitzt der US-amerikanische Hund ein freundliches Wesen und ist überaus verspielt. Durch diese Fähigkeiten erweist sich der Boston Terrier als ein ausgezeichneter Spielgefährte für Kinder. Der kleine Wusel kann mit den Zweibeinern nach Herzenslust toben und über Felder und Wiesen flitzen. Gleichzeitig entspricht diese Handlungsweise auch seinem Naturell, denn die intensive körperliche Auslastung wirkt sich wiederum positiv auf dessen Gesundheit aus.

Ebenso wacht der Boston Terrier mit Inbrunst über die kleinen Zweibeiner. Kinder rangieren innerhalb einer Rudelfamilie auf den unteren Plätzen und bedürfen daher eines besonderen Schutzes. Der Vierbeiner besitzt diesen Instinkt und beobachtet die Umgebung selbst während actionreicher Kinderspiele. Mit einem lauten Bellen warnt er vor möglichen Gefahren oder sich nähernden Personen, die er als „Feinde“ einordnet.

Im Laufe der Zeit sucht sich der Vierbeiner eine Bezugsperson aus, die für ihn das „Sagen“ hat. Somit trägt der auserwählte Familienboss die Befehlsgewalt, die er gleichzeitig für eine konsequente, aber auch liebevolle Erziehung des Tieres nutzen kann. Prinzipiell handelt es sich beim Boston Terrier um einen intelligenten und wissbegierigen Vierbeiner, der nicht nur dem Besitzer, sondern der kompletten Rudelfamilie treu ergeben ist.

Herkunft und Geschichte

Der Boston Terrier entstand erst Ende des 19. Jahrhunderts und gilt somit noch als eine junge Hunderasse. Sein Name führt uns zunächst in die USA (Boston/Massachusetts). Dieses Gebiet war eines von zahlreichen Ballungsgebieten, die Vierbeiner als Kampfhunde missbrauchte. Die Vierbeiner wurden gegeneinander und auf andere Tiere wie Wölfe, Dachse oder gar Bären gehetzt. Die Bulldogge, eine der Vorfahren des Boston Terriers, setzte sich sogar gegen ausgewachsene Rinder und Stiere durch. Sie biss zu und hielt fest.

Das grausame Spektakel diente in erster Linie zur Unterhaltung der Arbeiter und erlebte bereits im 18. Jahrhundert seine Blütezeit. Obwohl die Kämpfe seit dem Jahre 1826 verboten waren, fanden sie dennoch in Hinterhöfen und abgelegenen Ranches nahe der kanadischen Grenze statt. Um einen noch besseren Kampfhund zu züchten, kam es zur Kreuzung zwischen der Englischen Bulldogge und dem Weißen Englischen Terrier. Letztgenannte Rasse existierte heute nicht mehr. Es entstanden Vierbeiner namens „American Bullterrier“ oder auch „Boston Bulldog“. Ihr damaliges Aussehen glich jedoch eher einem stämmigen „Boxer“. Einige Jahre später kam es zusätzlich zur Einkreuzung der Französische Bulldogge, die für die Alltagstauglichkeit des Boston Terriers sorgte.

Die offizielle Anerkennung erfolgte im Jahre 1893 durch den Amerikanischen Kennel Club, der die Hunderasse in „Boston Terrier“ umbenannte. Erst dreißig Jahre später gelangten die Tiere auch nach Europa.

Der FCI ordnet die Hunde innerhalb der Gruppe 9 „Gesellschafts- und Begleithunde“ in die Sektion 11 für „Kleine doggenartige Hunde“ ein. Sie gehören demnach nicht zu den Terriern.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wer sich einen Boston Terrier zulegen möchte, sollte über ausreichend Zeit verfügen. Der kleine Kerl besitzt einen hohen Bewegungsdrang und braucht viel Abwechslung.

Vergessen Sie bitte auch nicht die laufenden Kosten für Grundausstattung, Futter, Arztbesuche und Versicherungen. Ein Boston-Terrier-Welpe vom Züchter kostet je nach Größe zwischen 1.500 und 2.000 Euro.

Wichtige Fragen vor einer Anschaffung

  • Können Änderungen im Tagesablauf erfolgen?
  • Ist ausreichend Zeitbudget vorhanden?
  • Haben sich alle Familienmitglieder über den Einzug des Vierbeiners geeinigt oder gibt es Probleme?
  • Wer versorgt das Tier bei längerer Abwesenheit?

Wer sich noch vor der Anschaffung des Bonston Terriers intensiv mit diesem Thema befasst und Eventualitäten für den Notfall einplant, der kann mit ruhigem Gewissen dem Vorhaben entgegentreten.

Geeignete Aktivitäten

Vertreter dieser Hunderasse strotzen vor Neugier und Schabernack. Fällt Frauchen beispielweise der Kaffeelöffel auf den Teppich, schnappt Strolchi sofort zu und verschwindet um die Ecke. Kurze Zeit später ist er wieder vor Ort, jedoch ohne diesen. Schwanzwedelnd und listig blickt er zu Frauchen. Die soll nämlich suchen! Ein Spiel, welches ihn immer wieder fasziniert und das nicht nur bei Frauchen!

Neben diesen Späßen braucht der kleine Gauner auch Bewegung. Nach Möglichkeit sollten daher nicht nur Spaziergänge, sondern auch längere Wanderungen per Pedes oder Rad sowie abwechslungsreiche Apportierspiele auf dem Programm stehen.

Auch Hundesportarten wie Agility Training oder Dogdancing sorgen für enormes Auspowern. Aufgrund seiner kurzen Nase legt er oftmals eine kleine Pause ein, bevor er anschließend zur nächsten Etappe übergeht. Wer demnach weniger sportlich ist, kann den Matz ebenso in einer Hundeschule anmelden. Diese Einrichtungen sorgen nicht nur für ausreichend Bewegung, sondern ermöglichen dem Vierbeiner Kontakt zu weiteren Artgenossen.

Rassemerkmale

Der Boston Terrier, ein kompakt gebauter, doggenartiger Hund, erreicht eine Widerristhöhe von 35 bis 42 Zentimeter. Je nach Größe existieren drei Gewichtsklassen:

  • unter 6,8 Kilogramm (leicht)
  • 6,8 bis 9 Kilogramm (mittel)
  • 9 bis 11 Kilogramm (schwer)

Ein besonderes Merkmal bildet der quadratische Kopf und mit den typischen Fledermausohren. Seine großen, dunklen, weit auseinanderstehenden Augen übermitteln einen lebensfrohen und intelligenten Eindruck.

Der Boston Terrier besitzt ein glattes, kurzes und glänzendes Fell ohne Unterwolle. Das Haarkleid ist schwarz und weiß gestromt, wobei weiße Markierungen den Kopfbereich zwischen Augen, Schnauze und Hals zieren. Einige Vertreter weisen zusätzliche Abzeichen an Vorder- und Hinterläufen, Pfoten und der kurzen Rute auf. Sein Haarkleid sorgt somit für einen pflegeleichten Typen. Bei artgerechter Haltung kann der Bosten Terrier ein Alter von ungefähr 12 Jahren erreichen.

Die richtige Ernährung

Um das hohe Lebensalter tatsächlich zu erreichen, braucht es ebenso die richtige Futterauswahl. Fehlt diese, kann selbst der bewegungsfreudige Boston Terrier an Übergewicht leiden, die früher oder später zu gesundheitlichen Problemen führt. Prinzipiell sollte die Ernährung stets ausgewogen und abwechslungsreich sein.

Gleichzeitig spielt die Futtermenge eine große Rolle. Bei der Zusammenstellung der Portionen sollten Alter, Gewicht und individuelle Bewegungsaktivitäten des Vierbeiners Berücksichtigung finden. Mitunter sind mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt deutlich günstiger, da sich dadurch das Risiko einer Magendrehung verringert.

Neben Innereien wie Leber, Nieren, Schenkel, Herz oder Pansen sollte auch Obst und Gemüse den Speiseplan bereichern. Aufgrund des empfindlichen Verdauungsapparates dürfen Sie die Obst- und Gemüseanteile nur in püriertem Zustand reichen.

Zum Glücklichsein und Wohlbefinden gehören selbstverständlich auch Leckerlis. Die schmackhaften Extras sollten jedoch nur selten zur Verfügung stehen, sodass die Fellnase diese auch als eine Art Belohnung erkennen kann.