Bandog

Der Bandog – kein Hund für jedermann

Bandog bedeutet Kettenhund, er ist ein Listenhund der Kategorie 1. Obwohl manche Hundebesitzer ihn als eigene Rasse zählen, versteht man darunter nicht eine bestimmte Unterart. Große Hunde oder reinrassige Molosser, wie zum Beispiel der Deutsche Boxer, der Rottweiler oder Mastiffs werden manchmal so bezeichnet. Bei anderen gelten ausdrücklich Mischlinge als Bandogs. Eine Definition ist auch ein besonders großer Kampfhund.

Sie werden häufig als Kettenhunde gehalten. Auch gebräuchlich ist der Name »Chain dog«, welcher meint, dass der Hund zum Beispiel am Tag ein Kettenhund ist und nachts etwas bewacht. Kettenhaltung oder die Haltung im Zwinger ist natürlich nicht artgerecht und tut dem Wesen des Hundes nichts Gutes. Er leidet und benimmt sich dann aggressiv, da ihm Zuwendung, Nähe, Bewegung und Liebe fehlen. Ketten mit Stacheln und unmenschliche Behandlung machen ihn noch aggressiver.

Steckbrief

checkLebenserwartung: 10 bis 14 Jahre
checkGewicht: 32 bis 68 kg
checkWiderristhöhe: über 45 cm
checkCharakter: mutig, dominant, stur, besitzerloyal
checkFarben: unterschiedlich
checkFCI-Gruppe: von FCI nicht anerkannt
checkKosten: Zwischen 1.000 & 1.500 Euro

Wesen und Charakter

Wenn man nicht richtig mit ihnen umgeht, können sie durchaus als Kampfmaschine missbraucht werden. Daher auch die Bezeichnung »Bandog«, was einen sehr eindrucksvollen Hund meint, der vom Besitzer als Statussymbol für seine Gefährlichkeit genutzt wird.

Der Charakter des Bandogs beinhaltet Mut und Wehrhaftigkeit. Heutzutage bezeichnet man als Bandogs in Europa aber sehr aggressive oder ziemlich einschüchternde Hunde. Des Weiteren sind sie sehr stur und schwierig zu bändigen. Misstrauen gegenüber Fremde tritt auf und die Haltung mit anderen Haustieren oder kleinen Kindern ist nicht ratsam.

Allerdings hat er auch positive Attribute. Bandogs sind sehr loyal ihrem Besitzer gegenüber. Mut, Zuverlässigkeit und eine enge Bindung zum Herrchen und ein enormer Beschützerinstinkt zeichnet sie außerdem aus.

Als Mischlinge sind sie groß oder werden für Hundekämpfe gezüchtet, die natürlich verboten sind. Ihre Ausbildung dahin ist sehr grausam.

Herkunft und Geschichte

Allen gemeinsam ist die Vergangenheit als Bärenbeißer oder als Gehilfe bei der Wildschweinjagd. Weiterhin wurden sie als Schutzhunde eingesetzt.

Die Züchtung im Mittelalter Europas diente dem Sinn, einen starken, angsteinflößenden Kampfhund zu kreieren. Dieser sollte als Wachhund benutzt werden, als auch in den Kreuzzügen bei Schlachten dienen. Er war ebenso für Tierkämpfe oder die Hetzjagd gedacht.

Mastiffs wurden mit westlichen Bullenbeißern und anderen einheimischen Rassen gekreuzt. Deswegen entwickelte sich der Bandog in jeder Region anders. Die Austreibung durch unerwünschte Eigenschaften veränderte ihn während der Zucht und brachte noch heute existierende Rassen hervor.

Dr. Swinford sammelte Mitte 1960 Qualitätsproben der vorkommenden Rassen. Er wollte den idealen Wachhund durch Kreuzung mit den besten Attributen züchten. Dabei entstand der Swinford Bandog. Diesen gibt es immer noch. Durch Dr. Swinford wurde der Bandog wieder bekannt und interessant.

Überlegungen vor der Anschaffung

Da der Bandog ein Listenhund ist, muss er angemeldet sein und die Rasse in der jeweiligen Region erlaubt. Er ist nicht ohne Weiteres zu halten. In manchen Ländern sind Bandogs verboten und in anderen nur unter strengen Auflagen haltbar.

Ein großer Hund braucht auch ausreichend Platz. Und natürlich dementsprechend viel Bewegung. Man sollte mehrmals täglich mit ihm spazieren gehen. Als Familienhund kommt er nicht wirklich in Frage, wobei es selbstverständlich Ausnahmen gibt.

Finanziell sollte ein Budget für Tierarztkosten, Versicherung, Steuer vorhanden sein. Zudem kostet der Kauf des Hundes auch etwas. Wichtig ist, dass man genug Zeit hat, sich mit dem Tier zu beschäftigen.

Man sollte sich außerdem überlegen, ob man sich der Verantwortung, einen Listenhund zu besitzen, gewachsen fühlt.

Geeignete Aktivitäten

Da Bandogs für Kämpfe, das Bewachen und die Jagd gezüchtet wurden, brauchen sie viel Bewegung, Auslauf und Spiel. Da sie auch als Hüte- oder Spürhunde ausgebildet werden können, kann man ihnen diese Aufgaben spielerisch beibringen. Hundetraining, Hundeschule und eine strenge, aber liebevolle Führung sind erforderlich. Lange Spaziergänge, Herumtollen dürfen, spielerisch Lernen und viel Forderung sind geeignete Aktivitäten für dieses Tier.

Außerdem können sie beim Hundetraining zeigen, was in ihnen steckt. Dabei ist wichtig, dass es registriert ist, steuerlich angemeldet, versichert und geeignet anderen Hunden zu begegnen. Ferner müssen sie den Wesenstest bestanden haben, gegebenenfalls einen Befähigungsnachweis für Hundehalter haben und geimpft sein. Dazu kommen noch andere Anforderungen. Dies ist aber je nach Hundeplatz verschieden.

Rassemerkmale

Die Definition im bayrischen Hundekatalog ist folgende: Kreuzungen mit dem Ergebnis großrahmiger Hunde (Schulterhöhe über 45 Zentimetern und das Gewicht über 30 Kilo) mit großer Aggressivität werden als Bandog bezeichnet. Ein einheitliches äußerliches Erscheinungsbild besteht nicht, ebenso können die Farbschläge variieren.

Er hat einen sehr ausgeprägten Übergang zur Schnauze, die normalerweise schwarz ist, jedoch Flecken haben kann. Die Augen sind klein, braun und schräg und stehen voneinander entfernt. Die Ohren sind dreieckig, was ein Ergebnis des Schröpfens ist. Der Schwanz ist abfallend, endmäßig verjüngt und seilmäßig. Er hat einen kurzen, steifen Mantel, der schwarz, weiß oder fleckig sein kann. Ebenso ist braun oder rot möglich. Oft treten weiße Flecken auf den Pfoten auf.

Bandogs können aus verschiedenen Rassen entstehen, daher ist es schwer, ein einheitliches Erscheinungsbild festzulegen.

Er ist ziemlich intelligent und willensstark. Ständige Aufmerksamkeit und Training erfordert die Haltung. Ist er gut ausgebildet, dient er als Leibwächter und Verteidiger des Hofes. Sein Misstrauen gegenüber Fremden zeichnet ihn aus. Es gibt keine Vertrautheit gegenüber anderen Haustieren oder Kindern. Er wählt sich sein Herrchen aus und toleriert den Rest der Familie nur. Er beobachtet einen Menschen und sieht, was er vorhat. Will man mit ihm spielen, macht er mit. Bemerkt er jedoch bei einem Menschen eine Gefahr oder Aggressionen, verteidigt er.

Da Bandogs oft krank in Bezug auf die Augen und den Bewegungsapparat werden, wenn sie älter sind, sollte man regelmäßig einen Tierarzt aufsuchen und ihn durchchecken lassen.

Geeignete Ernährung

Bandogs benötigen eine vollwertige Ernährung, um ihre Energie zu kompensieren. Außerdem beugt eine gute Ernährung Krankheiten vor. In erster Linie steht Fleisch (besonders Rindfleisch) ganz oben auf der Liste. Nebenbei können Getreide (Haferflocken oder Buchweizen), Innereien, gekochte Eier und Sauermilchprodukte verfüttert werden. Kleine Mengen Gemüse sind ebenfalls zu empfehlen.

Der Bandog benötigt eine liebevolle, aber konsequente Erziehung und kann vom Wesen her aggressiv sein. Kinder und andere Familienmitglieder toleriert er neben seiner Bezugsperson nur. Richtiges Training, viel Liebe, ausreichend Bewegung, Spiel und soziale Kontakte sind hier sehr essenziell.

Auf keinem Fall sollte er jedoch als Statussymbol gehalten, zum Hundekampf eingesetzt werden oder willentlich scharfgemacht werden. Trotz allem kann er durch seine positiven Charakterzüge durchaus überzeugen.