Irischer Wolfshund

Irischer Wolfshund – Das Portrait

Der Irische Wolfshund oder Irish Wolfhound ist ein beeindruckendes Tier. Er zählt zu den größten und imposantesten Hunden der Welt, dabei ist er sehr sanftmütig und menschenbezogen, also ein riesiges Schmusetier und ein Traumhund. Er ist eine von der FCI anerkannte Rasse, die zur Gruppe der Windhunde gehört.

Steckbrief

Lebenserwartung: 6 bis 8 Jahre
Gewicht: 45 bis 60 kg
Widerristhöhe: 75 bis 85 cm
Charakter: wachsam, gutmütig, sensibel, anhänglich, ruhig
Farben: grau, gestromt, schwarz, weiß, rot, rehbraun
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 10
Kosten: Zwischen 1.200 & 2.000 Euro

Die Rassemerkmale des Irischen Wolfshundes

Der Irische Wolfshund wird durchschnittlich 75 bis 85 cm groß, wobei es auch Exemplare mit einer Widerristhöhe von über einem Meter gibt. Das Gewicht liegt zwischen 45 und 60 Kilogramm. Der Körperbau des Irischen Wolfshundes ist muskulös und schlank. Der Kopf ist schmal, die Schnauze lang, die nach hinten gefalteten Ohren (Rosenohren) sind klein, die Rute lang und gebogen. Das Fell Irischer Wolfshunde ist rau, besonders am Kopf und den Beinen drahtig, dick und verhältnismäßig lang. Gängige Fellfarben sind schwarz, grau, hellbraun, rot und häufig auch gestromt. Alle Fellfarben, die auch bei dem nahen Verwandten des Irischen Wolfshundes, dem Deerhound vorkommen, werden toleriert.

Die Rassemerkmale des Irischen Wolfshundes

Es ist nicht ganz klar, wann und wo die Hunderasse entstand. Fakt ist aber, dass es schon 7000 Jahre vor Christus in der Region Irland/England Wales sehr große und dem Windhund ähnliche Hunde gegeben hat. Und aus der Antike existieren schriftliche Belege, in denen von riesigen Hunden die Rede ist, die zum Beispiel bei den Kampfspielen im Alten Rom für Aufsehen sorgten. Im 16. und 17.Jahrhundert wurden vom Adel in Irland und England große Hunde zur Jagd auf Bären und Wölfe, Wildschweine und Elche eingesetzt. Ihre Zucht wurde aber weitgehend uninteressant, als es in der Region nicht mehr viel Großwild, vor allem aber keine Wölfe und Bären mehr gab. Es soll ein Schotte mit Namen George Augustus Graham gewesen sein, der in der Mitte des 19.Jahrhunderts ein paar der wenigen noch vorhandenen Tiere der Irischen Ur-Rasse mit anderen großen Hunden, darunter Deerhounds, Barsois und Doggen kreuzte. Daraus entstand der moderne Irish Wolfhound. Der erste Zuchtklub gründete sich im Jahr 1885 und heute ist die Rasse überall auf der Welt bekannt.

Das Wesen des Irischen Wolfshundes

Obwohl er von imponierender Größe ist, fürchten sich die Menschen kaum vor dem Irischen Wolfshund. Das liegt daran, dass er schon auf dem ersten Blick ein sanfter und freundlicher Riese ist. Er hat ein liebenswürdiges ruhiges Wesen und ist weder übernervös noch schreckhaft. Der Irische Wolfshund sieht zwar nicht aus wie ein Schoßhund, aber er benimmt sich oft so, lässt sich sehr gerne streicheln und betüteln und sucht, wo immer es geht, die Nähe “seiner Menschen”. Er ist auch recht intelligent, was allerdings nicht automatisch dazu führt, dass er immer tut, was man von ihm will. Er ist nämlich auch selbstbewusst und ein wenig eigensinnig. Mit Geduld, Liebe und viel Beharrlichkeit lässt sich der Irische Wolfshund aber gut erziehen und ist deshalb durchaus auch eine für Hunde-Anfänger geeignete Rasse. Auch als Familienhund ist er geeignet. Allerding ist zu bedenken, dass er schon allein durch seine Größe und sein Gewicht eher etwas für standhafte Menschen ist. Obwohl er wirklich sehr sanft ist, kann es schon vorkommen, dass er jemanden aus lauter Freude und Ungestüm von den Füßen holt. Als Wachhund eignet sich der Irische Wolfshund nicht wirklich, dazu ist er nicht “scharf” genug. Und ein Jagdhund ist der heutige Irische Wolfshund auch nicht mehr, obwohl manche Exemplare immer noch einen gewissen inneren Jagdtrieb haben und alle sehr gern und auch schnell laufen.

Was ist bei der Anschaffung eines Irischen Wolfshundes zu bedenken?

Ein so großer Hund braucht natürlich erst einmal Platz und es ist am bestem, wenn seine Besitzer ein Grundstück mit Garten ihr eigen nennen oder auf einem Bauernhof leben. Trotzdem ist es grundsätzlich auch möglich, einen Irischen Wolfshund in der Wohnung zu halten, wenn er als Ausgleich genügend Auslauf geboten bekommt. Aber allgemein sollte der Platzbedarf eines so großen Hundes nicht unterschätzt werden, Es gibt nicht viele Stellen in einer Wohnung, wo er nicht mühelos hinkommt, wenn er das möchte. Und außerdem sollten potentielle Halter darüber nachdenken, dass Treppen für den Hund nicht gut sind und vor allem in den ersten 2 Lebensjahren auf ein Mindestmaß beschränkt werden sollten. Außerdem kann es unter Umständen auch einmal dazu kommen, dass ein erkranktes Tier die Treppen hinunter und hinauf getragen werden müssen. Und das ist bei 50 Kilo Lebendgewicht schon eine komplizierte Sache. Auf der anderen Seite sollte ein Irischer Wolfshund aber auch keinesfalls in einem Zwinger oder separierten Raum gehalten werden, er gehört ganz einfach mit seinem menschlichen Rudel zusammen. Um einen optimal ausgelasteten Irischen Wolfshund zu haben, müssen seinen Menschen ihm viel Bewegung ermöglichen. Eine gute Möglichkeit ist dabei Hundesport und besonders Coursing oder andere Arten von Hunderennen. Aber auch Laufen am Fahrrad oder gemeinsames Jogging sind gut. Allerdings ist der Irische Wolfshund eher Sprinter als Ausdauerläufer und er hat in der Regel auch nicht viel Spaß an komplexeren Beschäftigungsspielen wie zum Beispiel Agility oder Suchspielen. Außerdem müssen Menschen, die sich für einen Irischen Wolfshund interessieren, auch berücksichtigen, wieviel ein solcher Hund an Futter braucht. Und es ist nicht nur die Menge an Futter, sondern auch die Qualität, die ins Geld geht. Die Irischen Wolfshunde haben wie die meisten sehr großen Hunderassen häufig Probleme mit den Gelenken und Wachstumsstörungen der Knochen und müssen deshalb besonders hochwertig und ausgewogen ernährt werden. Überhaupt ist die Größe der Rasse für die Gesundheit der Tiere ein Risiko. Häufig leiden Irische Wolfshunde an Hüft-oder-Ellbogendysplasie aber auch an Herzerkrankungen und Erkrankungen des Magen-Darmtraktes. Besonders gefürchtet ist bei ihnen die Magendrehung, weshalb beim Füttern besonders gut aufgepasst werden muss. Die Rasse wird in der Regel leider auch nicht sehr alt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt nur zwischen 6 und 8 Jahren.