Thai katze

Die elegante Thai-Katze für anspruchsvolle Halter

Als sanftmütige und sehr intelligente Vertreterin ihrer Art stammt die Thai-Katze von ihren asiatischen Verwandten ab. Die berühmtesten Vorfahren sind dabei die Siam-Katzen. Auch wenn die britische Insel nicht ihre ursprüngliche Heimat ist, so fühlt sie sich hier und in ganz Europa und Amerika sehr wohl. Ihre Züchtung fiel in die letzte Hälfte des 20. Jahrhundert und stellt eine Rückbesinnung an die ursprüngliche Art dar.

Steckbrief

Name: Thai-Katze
Wissenschaftlicher Name: Felis catus
Herkunft: Thailand
Lebenserwartung: 15 – 17 Jahre
Gewicht: 3 – 6 kg
Fellfarben: seal, foreign white, creme, rot oder blau, schokolade
Charakter: intelligent, anhänglich, neugierig
Kosten: Zwischen 500 & 600 Euro

Die Thai-Katze – Wesen und Charakter

Die Thai-Katze ist sowohl Menschen als auch anderen Tieren gegenüber sehr aufgeschlossen. Diese Eigenschaften teilt sie mit der Siam-Katze. Dazu kommt die große Anzahl an Jungen, denen sie jedes Jahr das Leben schenkt. Ihre auf den Menschen bezogene Art ähnelt der von Kleinkindern und Hunden, die ihrem Frauchen, Herrchen oder Rudelführer in jedem verfügbaren Moment folgen. Damit das Frauchen oder Herrchen den kleinen Liebling nicht vergißt, verschafft er sich lautstark Geltung. Hier kommt die Dominanz zum Tragen. Einige Katzenfreunde sind deshalb der Meinung, dass sie ihrer Katze genauso viel Zeit schenken sollten, wie einem kleinen Kind. Gehören Kinder und Hunde zum Haushalt, so freundet sie sich gerne mit ihnen an.

Ihre Neugierde und ihr Temperament äußern sich in jeder Minute, in der sie sich keinen Partner zum Schmusen sucht oder ihre Ruhe benötigt.

Dabei ist sie – im Vergleich zu anderen Rassen – nicht gerne alleine. Am besten hat die Thai-Katze mehrere gleichartige Spielgefährten und ihren Menschen um sich. Sonst vereinsamt sie und wird schwermütig. Hier bieten sich Geschwister aus dem gleichen Wurf an, die über ein ähnliches Temperament verfügen sollten. Wer eine Katze sucht, die sich den ganzen Tag gut mit sich selbst beschäftigt, sollte sich nicht der Thai-Katze widmen.

Ihre Herkunft & Geschichte

Ursprünglich stammt die Thai-Katze aus Siam, das im heutigen Thailand lag. Hier begann schon vor ungefähr 700 Jahren die Zucht ihrer Vorläuferin, der Siam-Katze. Sie ging wiederum aus der Wichienmaat hervor. Die ersten Siam-Katzen lebten in den Klöstern und am Hof des Hochadels. Ihnen wurde nachgesagt, dass sie die Seelen der Verstorbenen in sich aufnehmen könnten. Ihre blauen Augen, die bezaubernde Farbgebung und die grazile Gestalt machten sie einzigartig. Schon im 15. Jahrhundert sollen die ersten Exemplare mit Händler in den Mittelmeerraum gelangt sein. Um 1800 brachten Reisende einige Siam-Katzen auf englischen Schiffen nach Europa und Amerika.

1884 bekam der englische Gesandte in Siam ein interessantes Pärchen geschenkt. Mia und Pho avancierten zu den Stammeltern der sich nun folgenden neuen Zucht. Bei einer Ausstellung im Chrystal Palace in London fand auch Queen Victoria an ihnen ihren Gefallen. Acht Jahre später einigten sich die Experten auf den gültigen Standard, den sie Royal Cat of Siam nannten. Der erste Siamese Cat Club wurde schon 1901 gegründet. In Deutschland fand diese Rasse erst Ende der 20er Jahre ihre Anhänger. Im Laufe der Jahre erreichte die Regierung in England zusätzliche Erleichterungen beim Import dieser wertvollen Geschöpfe, sich bei den wohlhabenden Klassen einer zunehmenden Beliebtheit erfreuten.

Mit den Zuchterfolgen kamen unterschiedliche Farben hinzu. Diese Fellfarben entstanden durch geplante Kreuzungen mit inländischen Katzenrassen. Die neuen Siam-Katzen verfügten nun zunehmend über Eigenschaften, die sie von den ursprünglich robusten Typen der Anfangszeit abhoben. Bis in die 80er Jahre wurde diese Strategie in den meisten Verbänden favorisiert. Es meldeten sich jedoch zunehmend Freunde der ursprünglichen Siam-Katze zu Wort. Die Befürworter setzten sich für die Rückkehr der stabilen und robusten Vertreterin ein. Als Antwort auf die gängige Praxis gründeten sie mehrere Vereine, die sich wiederum um die Zucht der heutigen Thai-Katze kümmerten. 1990 hatten sie ihr Ziel erreicht. In diesem Jahr bestätigte die World Cat Federation die „Thai“ als eigenständige Rasse. Dabei blieb in den meisten Fällen das ursprüngliche Point-Muster ihres Felles erhalten. Den endgültigen Startschuss für die Thai-Katze gab die TICA – The International Cat Association – im Jahr 2009. Die internationale Organisation richtete im selben Jahr für die Thai-Katze ein eigenes Register ein, das einer offiziellen Anerkennung entsprach.

Welche Überlegungen sind notwendig?

Wer sich eine Thai-Katze anschaffen möchte, sollte einige Überlegungen anstellen. Am Anfang steht die Geselligkeit. Die Thai-Katze benötigt mindestens einen Spielkameraden – und ihre Menschen. Die Einsamkeit kann sie nicht ertragen. Dazu kommt ein interessantes Umfeld, das sie erkundet. Der Preis pro Tier beginnt bei einem seriösen Züchter bei 500 bis 600 Euro. Billige Angebote bergen viele Risiken.

Diese Rasse teilt mit der Siam-Katze ein gravierendes Problem. Da viele miteinander verwandte Tiere im Laufe der letzten 150 Jahre gekreuzt wurden, leiden die Mitglieder dieser Rassen zum Teil an Erbkrankheiten. Aus diesem Grund ist es sehr ratsam, sich an einen renommierten Verband zu wenden. Dieser überprüft wiederum die Einhaltung der Regeln und schlägt einen vertrauenswürdigen Züchter vor. Die Züchter dieser geprüften Zuchten können in den meisten Fällen garantieren, dass die abgegebenen Thai-Katzen keine krankhaften Gene in sich tragen.

Soll es diese Rassekatze sein, muss der Käufer auf einem schriftlichen Kaufvertrag bestehen. In ihm bestätigt der Züchter, dass die von ihm übergebene Katze alle Impfungen und Grunduntersuchungen erfolgreich absolviert hat. Der Vertrag enthält auch eine Klausel, die dem Käufer die Verwendung der Katze innerhalb der eigenen Zucht erlaubt. In diesem Fall benötigt er sowohl eine eindeutige Zuchtbuchnummer als auch den verbindlichen Stammbaum. In diesem sind mindestens die letzten vier Generationen verzeichnet, die einen Aufschluss über eine eventuelle Inzucht geben.

Die gesellige Thai-Katze muss sich auch bei ihrem neuen Frauchen oder Herrchen wohlfühlen. Sind weitere Katzen im Haushalt vorhanden, können sich zwischentierische Probleme ergeben, die der Katze emotionale oder körperliche Schäden zufügen. Wird der Neuling von den bereits etablierten Katzen und Hunden nicht akzeptiert, benötigt er unverzüglich einen geschützten Raum, um sich zu erholen. Diesen findet die Katze oder der Kater am besten beim Züchter, der das Tier innerhalb einer vereinbarten Probezeit zurücknimmt.

Gibt es geeignete Aktivitäten für die Thai-Katze?

Thai-Katzen sind für ihre Neugierde, Aktivität und Geselligkeit bekannt. Neben ihrer Spielwiese, die sie fortlaufend erforschen, benötigen sie auch das geeignete Spielzeug. Der Handel bietet Katzenhäuschen und geeignete Tunnellandschaften an, die sich in jeder Wohnung aufbauen lassen. Auf der höchsten Ebene des mehrstöckigen Katzenbaums hat sie jederzeit den richtigen Überblick und kann hier auch ihre Krallen schärfen. Optimal ist ein Haus mit einer Katzenklappe. Durch sie kann die Thai-Katze ganz nach Belieben den Wohnraum verlassen und wieder betreten. Im Garten besucht sie jeden Bereich, den sie erkunden möchte. Aufmerksame Halter sorgen jedoch dafür, dass es keinen Fluchtweg gibt, über die die Katze in die Nachbarschaft entkommen kann. Zusammen mit den ihr vertrauten Spielkameraden nutzt sie jeden Platz zum Toben, Klettern und Spielen

Da die meisten Thai-Katzen die gleiche Anhänglichkeit wie Hunde zeigen, lassen sie sich auch gut an der Leine führen. Das gilt auch für die passenden Befehle, die sie gerne erlernt und befolgt. Hier kommt ihre Lernfähigkeit zum Tragen, die sie auf unterschiedlichen Gebieten gerne einsetzt.

Welche Rassenmerkmale sprechen für die Thai-Katze?

Das Register der TICA enthält die Rassemerkmale der Thai-Katze, die bei den meisten Individuen anzutreffen sind.

Besonders markant sind die blauen mandelförmigen Augen, die ihr einen vornehmen Charme verleihen. Die Thai-Katze ist meistens mittelgroß. Sie verfügt über einen breiten Kopf, der durch die runden Wangen unterstrichen wird. Die Nase ist gerade, neigt aber zu einem leichten Gefälle. Meistens sind die Ohren mittelgroß, wobei sich ihre Spitzen nach außen richten. Ihre Beine passen sich gut in das Gesamtbild ein und vermitteln graziösen Eindruck. Sie tragen den festen geschmeidigen und muskellösen Körper an jeden Platz, vor allem beim Spielen und Klettern. Dabei sind Hinterbeine jedoch etwas länger als ihre Vorderen. Den vollendeten Eindruck rundet der spitze Schwanz ab, der zum Ende hin spitz zuläuft. Das Fall ist kurz sowie dicht. Dabei liegt es fest an, ohne abzuflachen. So ist die Katze stets pflegeleicht und kann mit wenigen Bürstenstrichen in Form gebracht werden.

Welche Nahrung eignet sich für die Thai-Katze?

Die jungen Thai-Kätzchen benötigen drei bis vier Mahlzeiten am Tag. Ab dem zweiten Jahr gibt es am Morgen und Abend jeweils eine Fütterung. Ist die Katze im siebten Jahr, dann kann auch eine zusätzliche Mahlzeit zur Mittagszeit folgen. Katzen schätzen es, wenn der Zeitplan eingehalten wird und sie nicht auf ihre Stärkung warten müssen. Bevor das Futter serviert werden darf, sollte es möglichst trocken und warm sein. Eine Ration aus dem Kühlschrank bekommt ihnen nicht gut, da sie in der freien Wildbahn warme Beute machen und diese ebenfalls zeitnah verspeisen. Während der Fütterung benötigt die Thai-Katze außerdem Ruhe, um sich auf ihre Nahrung zu konzentrieren.