Pudel

Pudel — Das Portrait

Pudel sind kluge Familienhunde, die ursprünglich als apportierende Jagdhunde gezüchtet wurden. Als gute Schwimmer waren sie insbesondere bei der Jagd auf Wasservögel sehr beliebt. Die FCI (Fédération Cynologique Internationale) ordnet die anerkannte Rasse in Gruppe 9 zu den Gesellschafts- und Begleithunden ein.

Entsprechend ihrer Größe werden Großpudel, Kleinpudel, Zwergpudel und Toypudel unterschieden.

Steckbrief

Lebenserwartung: 10 bis 15 Jahre
Gewicht: 3 bis 25 kg
Widerristhöhe: 24 bis 60 cm
Charakter: selbstbewusst, einfallsreich, gehorsam, treu, gelehrig
Farben: schwarz, weiß, braun, silber, apricot, rot
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 9
Kosten: Zwischen 650 & 1500 Euro

Wesen und Charakter

Ein Pudel ist ein gutmütiger fröhlicher Hund, der bis ins Alter verspielt bleibt. Als kinderlieber und freundlicher Zeitgenosse ist er ein idealer Familienhund. Dennoch ist er kein Spielzeug. Bei Bedarf verteidigt er seine Familie gegenüber Fremden. Der Pudel ist ein anpassungsfähiges Tier, das mit neuen Situationen gut zurechtkommt. Mit anderen Hunden verträgt er sich gut. Auch mit Katzen hat er im Allgemeinen keine Probleme. Die Lernfreude von Pudeln macht ihre Erziehung leichter. Neues wird mit Begeisterung aufgenommen. Auf Stimmungsschwankungen ihres Herrchens reagieren Pudel einfühlsam.

Herkunft und Geschichte

Pudel sind mit den von Nordafrika nach Europa eingeführten Wasserhunden verwandt. Zum Jagen und Apportieren von Wasservögeln wurden sie mit Vorliebe eingesetzt. Fischern halfen sie beim Ausbringen der Netze. Die heute noch übliche Schur an den Hinterbeinen sollte den Hunden die Bewegung im Wasser erleichtern. Zum Schutz von Herz und Lunge blieb das Fell im Brustbereich lang. Im Zirkus begeisterten die lernfähigen Pudel mit ihren Kunststücken. Zu Beginn der Zucht waren nur Großpudel und Kleinpudel vertreten. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Pudel beim französischen Adel als Schoßhunde immer beliebter. Sie wurden frisiert, gepudert und parfümiert. Ende des 19. Jahrhunderts hielten Pudel vermehrt Einzug in die Häuser der einfachen Leute. Der Wunsch nach kleineren Exemplaren führte zur Zucht der Zwergpudel. Als Rassestandard wurde der Zwergpudel um 1930 anerkannt. 1985 folgte die Anerkennung des Toypudel als Rasse. Zeitweise waren Pudel die beliebtesten Hunde der Deutschen. Heutzutage sind Pudel meist Familienhunde oder werden als Blindenführhunde oder Spürhunde eingesetzt.

Der Name Pudel kommt wahrscheinlich aus dem Altdeutschen vom Wort puddeln und bedeutet „im Wasser plantschen“.

Überlegungen vor der Anschaffung

Ein Pudel fühlt sich sowohl in einer Stadtwohnung, als auch in einem Haus mit großem Garten wohl. Er braucht einen aktiven Menschen, der sich viel mit ihm bewegt und geistig fördert. Genügend Auslauf ist Grundvoraussetzung. Das lockige Fell benötigt ausreichend Pflege. Es muss täglich gebürstet werden, um nicht zu verfilzen. Da das Fell recht lang wird, ist eine regelmäßige Schur notwendig. Wenn Sie sich die Schur nicht selbst zutrauen, müssen Sie alle zwei Monate mit Kosten für den Hundefriseur rechnen. Weiterhin kommen Ausgaben für Futter, Spielzeug, Schlafkorb und Arztbesuche auf sie zu. Ein Pudelwelpe vom Züchter kostet bis zu 1500 Euro.

Pudel können 15 Jahre alt werden. Einzelne Exemplare erreichen ein stolzes Alter von 18 Jahren. Das ist eine lange Zeit, in der Sie für Ihren vierbeinigen Freund sorgen müssen. Pudel sind nicht gern allein. Wenn Sie verreisen, sollten hundefreundliche Urlaubsziele ausgewählt werden.

Geeignete Aktivitäten

Trotz ihres eleganten Äußeren, faul herumliegen mögen die agilen Hunde überhaupt nicht. Sie sind äußerst spielfreudig und intelligent. Beim Hundesport können sie ihre Lernfähigkeit unter Beweis stellen. Mit Begeisterung überwinden die aufgeweckten Pudel einen Hindernisparcours. Sie laufen Slalom, springen über Hindernisse oder durchlaufen eine Röhre. Da Pudel ursprünglich Jagdhunde waren, ist Flyball ein ideales Spiel für den flinken gelehrigen Hund. Schnelligkeit und Präzision werden bei diesem Mannschaftssport gefördert. Dabei muss der Pudel über Hürden springen, ein Pedal betätigen und den dadurch herausgeschleuderten Tennisball fangen. Dog-Dancing und Hunderennen sind Aktivitäten, die dem Pudel Spaß machen.

Großpudel haben sich als wertvolle Helfer für den Menschen einen Namen gemacht. Der mit dem Menschen eng verbundene Hund gibt bei entsprechender Ausbildung einen exzellenten Blindenführhund ab. Auch als Therapiehund, Drogensuchhund oder Rettungshund leisten Pudel gute Dienste.

Rassemerkmale

Ein harmonischer Gesamteindruck gehört zum Erscheinungsbild des stolz wirkenden Hundes. Ein vornehmer Kopf mit schwarzen oder tiefbraunen Augen ist angestrebt. Die Kopfhaltung soll graziös sein. Der Körper des Pudels ist quadratisch mit schmaler Brust. Dadurch wirken die Hinterbeine lang und elegant. Charakteristisch ist ein leichtfüßiger tänzelnder Gang. In Bewegung trägt er die Rute schräg nach oben gerichtet. Typisch ist sein lockiges dichtes Fell, das bei einigen Tieren sehr lang werden kann. Wird es regelmäßig gekürzt, bleiben die Locken sichtbar. Beim Pudel gibt es keinen Fellwechsel. Sein Fell wächst ständig weiter und haart kaum.

Ziemlich lange Ohren hängen entlang der Wangen herab. Sie haben abgerundete Spitzen und sind mit langem welligen Haar bedeckt. Pudel mit lockigem Haar sollen gleichmäßig langes Fell und ebenmäßige Locken haben. Das Fell der Schnürenpudel dagegen bildet feine dichte Schnüre, die mindestens zwanzig Zentimeter lang sind. Als anerkannte Ausstellungsschur sind Löwenschur, Moderne Schur, Englische Schur und Puppy-Schur zugelassen.

Geeignete Ernährung

Gesundes vitaminreiches Futter ist die Grundlage für die Ernährung des Pudels. Wenn Sie sich für ein Fertigfutter entscheiden, achten Sie auf die Zusammensetzung. Das Futter sollte aus natürlichen Zutaten ohne künstliche Zusatzstoffe bestehen. Eine ausgewogene Mischung aus Nassfutter und Trockenfutter ist ideal. Die Futtermenge richtet sich nach Größe, Alter und Bewegung.