Rhodesian Ridgback

Rhodesian Ridgeback – Das Portrait

Der Robuste Rhodesian Ridgeback fasziniert durch sein mutiges und stolzes Wesen sowie seinem freundlichen und sanften Umgang mit Bezugspersonen. Die umgangssprachlich Ridgies genannten Hunde brauchen, außer viel Platz, auch Menschen mit viel Hundeerfahrung.

Steckbrief

Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre
Gewicht: 32 bis 41 kg
Widerristhöhe: 61 bis 694 cm
Charakter: intelligent, würdevoll, gegenüber Fremden reserviert, loyal
Farben: hell- oder rotweizenfarbig
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 6
Kosten: Zwischen 1.300 & 1.700 Euro

Herkunft

Die aus Südafrika stammende Hunderasse wird auch als afrikanischer Löwenhund bezeichnet. Seine Geschichte geht bis ins 16. Jahrhundert zurück; die ersten Europäer im Hinterland am Kap der Guten Hoffnung trafen auf die Khoikhoi-Stämme, welche mit einer semi-domestizierten Hunderasse zusammenlebten. Die Haare entlang der Wirbelsäule wuchsen in die entgegengesetzte Richtung aus, was heute als Ridge bezeichnet wird. Der Ridgeback wurde von Farmern gezüchtet, weil sie, bedingt durch die Jagd, auf einen Hund angewiesen waren, welcher die Beute aufscheuchte, größere oder verwundete Tiere zu Fall bringen und nachts die Behausungen von Wildtieren und Eindringlingen schützen konnte. Der Hund musste sich an die großen Temperaturunterschiede in Afrika anpassen können, einen Tag ohne Wasser auskommen und ein kurzes Fell haben. Gleichzeit sollte er Beschützer und Begleiter der Familie sein.
1922 wurde in Simbabwe der Standard für den Rhodesian Ridgeback eingeführt, welcher bis heute praktisch unverändert gilt. Anfang 1950 kamen mehrere ausgezeichnete Hunde in die USA und 1955 wurde der Rhodesian Ridgeback in den American Kennel Club aufgenommen.

Überlungen vor einer Anschaffung

Die zukünftigen Besitzer sollten ebenso aktiv sein wie der Rhodesian Ridgeback und gerne körperlich sowie geistig mit ihrem Weggefährten arbeiten wollen. Dazu benötigt es viel Zeit, Durchsetzungsvermögen und Gelassenheit. Der Ridgeback ist zudem sehr anhänglich und am liebsten immer beim Menschen; gegenüber Fremden jedoch ist er etwas distanziert. Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Rasse für Menschen, welche Vollzeit arbeiten, nicht unbedingt empfehlenswert.

Des Weiteren sollten die finanziellen Aspekte für Futter, Tierarztkosten und unvorhergesehene Ausgaben sowie genügend Platz in der Wohnlandschaft mitberücksichtigt werden.

Pflege

Der Ridgeback ist sehr genügsam, was die Fellpflege anbelangt. In der Regel reicht regelmäßiges Bürsten für ein sauberes und glänzendes Fell aus, zumal diese Hunderasse nur sehr wenig haart. Der Hund sollte nur ausnahmsweise und mit ausgesuchten Produkten gebadet werden, damit die Hautflora nicht aus dem Gleichgewicht fällt.

Aktivitäten und Fitness für den Rhodesian Ridgeback

Der Ridgeback benötigt lange und ausgiebige Spaziergänge. Als Ergänzung eignen sich Obedience, um die geistige Fitness zu fördern sowie Agility, jedoch ohne Sprünge, um aufgrund der Körpergröße Gelenkprobleme zu vermeiden.

Rassenmerkmale des Rhodesian Ridgeback

Die Hunderasse ist sehr muskulös, wendig und hat eine enorm hohe Ausdauer. Das Markenzeichen ist ein Haarkamm, der sogenannte Ridge, welcher auf dem Rücken von den Schultern bis zu den Hüften reicht. Er ist ungefähr fünf Zentimeter breit und entsteht dadurch, dass die Haare hier in die entgegengesetzte Wuchsrichtung wachsen. Genau genommen handelt es sich hierbei um die leichte Form einer Spina bifida (offener Rücken). Hunde ohne diesen Haarkamm wurden in der Vergangenheit unmittelbar nach der Geburt getötet.
Bei jedem Wurf können die Welpen mit fehlerhafte, das heißt zu viele oder zu wenige asymmetrische Crowns vorkommen. Wenn kein Interesse an Zucht oder Ausstellung besteht, stellen diese kosmetischen Fehler kein Hindernis dar, um dem agilen und treuen Weggefährten ein zu Hause zu bieten.

Nase und Augen

Der Nasenspiegel ist entweder schwarz oder braun, die entsprechende Bezeichnung lautet entweder Rotnasen oder Livernose. Passend zu der Nasenfarbe darf die Augenfarbe heller sein. Der Knochenbau von Hunden mit einer braunen Nase ist in der Regel etwas feiner als bei den Vierbeinern mit einer schwarzen Färbung.

Fell

Die Farbpalette reicht von hell- bis rot-weizenfarbig. Für den Rassestandard ist etwas weiße Behaarung an den Zehen oder der Brust erlaubt, ein zu großer Anteil der weißen Farbe ist jedoch unerwünscht. Das dichte, glatte und glänzende Haarkleid weist keine Unterwolle auf.

Größe

Die Schulterhöhe reicht beim Rüden von 63 bis 69 Zentimeter, bei der Hündin beträgt sie 61 bis 66 Zentimeter.

Gewicht

Der Rüde hat ein Gewicht von ungefähr 40 Kilogramm, die Hündin wiegt normalerweise plus/minus 36,5 Kilogramm.

Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung des Rhodesian Ridgeback liegt bei 10 bis 12 Jahren, selbstverständlich kann er auch älter werden.

Wesen und Charakter des Rhodesian Ridgeback

Der Rhodesian Ridgeback ist grundsätzlich ein intelligenter und würdevoller Hund ohne Scheu oder Aggression. Viele Eigenschaften können mit denen eines Jagdhundes verglichen werden, mit dem Unterschied, dass er robuster ist als ein reiner Jagdhund. Der Ridgeback bellt selten und hat ein sanftes, ruhiges Gemüt. Durch seine hohe Lernfähigkeit ist er relativ leicht zu erziehen. Für die Erziehung braucht es etwas Geduld, denn er gilt als Spätentwickler, sein Charakter ist in der Regel erst im Alter von drei Jahren gefestigt. In dieser Zeit braucht es einen sachkundigen Menschen, der Härte vermeidet, weil der Ridge stark auf Konflikte, Unstimmigkeiten sowie potenzielle Gefahr reagiert, denn Mut und Selbstbewusstsein sind ihm nicht fremd.

Den Jagdtrieb wird er nie verlieren, der Instinkt kann sich auch später noch entwickeln. Geprägt durch die Vergangenheit, in welcher er unter anderem als Wachhund eingesetzt wurde, sollte der Ridgeback nicht zum Schutzhund ausgebildet werden. Der natürliche Instinkt kann mittels Grundtraining der Gehorsamkeit kontrolliert werden.

Gesunde und ausgewogene Ernährung

Rhodesian Ridgebacks sind Athleten und zählen zu den großwüchsigen Hunderassen. Das Futter der Welpen sollte über einen moderaten und individuellen Energiegehalt verfügen, damit das Wachstum nicht zu schnell vorangeht. Das adäquate Endgewicht kann durch eine Überversorgung von Energie im Futter zu früh erreicht werden oder möglicherweise darüber liegen, obwohl der Körperbau noch nicht stabil genug ist. Die Folge davon sind Fehlstellungen der Gliedmaßen. Wichtig ist eine ausgewogene und gesunde Gabe von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen; Calcium und Phosphor unterstützen ein gesundes Wachstum.

Die Menge richtet sich nach dem aktuellen sowie dem voraussichtlichen Gewicht als ausgewachsener Hund sowie der Aktivität. Als Richtwert kann auch das Gewicht der Elterntiere dienen.

Die Zähne des Ridgeback verraten, dass sie Nahrung mit einem hohen Fleischanteil bevorzugen. Deshalb sollte Nass- oder Trockenfutter einen hohen Anteil davon aufweisen.

Rhodesian Ridgeback neigen dazu, zu wenig zu trinken, deshalb ist die Bereitstellung, insbesondere bei einer reinen Trockenfütterung, zwingend.

Der Welpe benötigt drei bis vier Mahlzeiten pro Tag, dem ausgewachsenen Hund reichen zwei Portionen täglich.

Eine Futterumstellung sollte schrittweise erfolgen.

Wissenswert

Der Rhodesian Ridgeback ist kinderlieb, jedoch durch seine Größe und seinem Gewicht eher für größere Kinder geeignet.