Bullterrier

Bullterrier – Das Portrait

Beim Bullterrier handelt es sich um eine von der FCI anerkannte Rasse. Diese Hunderasse hat vielleicht mit den meisten Vorurteilen zu kämpfen, da man diese Hunde im Volksmund nur als Kampfhunde bezeichnet. Es ist unumstritten, dass Bullterrier in früheren Zeiten für Hundekämpfe verwendet wurden, doch viele dieser Schauergeschichten um ihre enorme Beißkraft und Aggressivität sind reine Ammenmärchen.

Bullterrier, die mit ihrer römischen Nase, dem typischen Downface, sofort ins Auge stechen, werden auch gerne als Bananennasen bezeichnet. Sie sind keine Hunde für Anfänger. Wer sich jedoch einmal in diese sturen Chaoten verliebt hat, der wird kaum mehr von dieser Rasse wegkommen.

Für Bullterrier gilt zwar seit dem Jahre 1850 ein Zuchtstandard. Darin wurde lediglich festgelegt, dass der Körperbau ausgewogen und mit maximaler Substanz sein sollte. Es gibt für diese Vierbeiner kein Minimum oder Maximum an Größe oder Gewicht. Im Durchschnitt sind Bullterrier jedoch bis zu 55 cm groß und wiegen zwischen 25 kg und 30 kg.

Bullterrier haben eine Lebenserwartung von etwa 12 Jahren. Diese kann mit einer gesunden Ernährung und einer guten Haltung erreicht und häufig auch überschritten werden.

Wenn du dir einen Bullterrier kaufen möchtest, solltest du dich zuerst erkundigen, ob dies in deinem Bundesland möglich ist. In vielen Bundesländern steht diese Rasse auf der Rasseliste, was bedeutet, dass der Import und auch die Zucht verboten ist.

Steckbrief

Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre
Gewicht: 24 bis 30 kg
Widerristhöhe: 45 bis 55 cm
Charakter: eigensinnig, aktiv, treu, mutig, wachsam
Farben: weiß, rötlich, rehbraun, tricolor
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 3
Kosten: Zwischen 1.000 & 1.200 Euro

Wesen und Charakter der Bullterrier

Die drei prägnantesten Eigenschaften dieser Rasse sind Sturheit, Sensibilität und Fröhlichkeit. Häufig wirst du im Zusammenhang mit Bullterriern auch den Begriff stubborn hören. Sie sind einfach dickköpfig und überlegen stets, ob sich die Sache lohnt. Bullterrier sind nicht kadavergehorsam wie so manch andere Rassen, sondern müssen meist zu Aktivitäten überredet werden. Dies kann dem Hundehalter mitunter viel Kreativität, aber auch Geduld abverlangen.

Bei aller Sturheit sind diese Vierbeiner aber auch kleine Sensibelchen. Eine zu harte Hand bei der Erziehung wirkt sich eher kontraproduktiv aus. Die Erziehung der Bullterrier benötigt viel Liebe, Einfühlungsvermögen und auch Erfahrung. Bei dieser Rasse kommt man nur mit positiver Bestärkung und natürlich Konsequenz richtig gut voran.

Bullterrier spielen auch gerne die Clowns und ziehen dadurch alle Blicke auf sich. Sie sind zwar sehr muskulös und wirken durchtrainiert, sind aber im gleichen Zuge auch tollpatschig. Es kommt nicht selten vor, dass die kleinen Muskelprotze mit Wucht gegen einen Baumstamm knallen.

Generell sind Bullterrier sehr tapfer und auch ausgeglichen. Sie sind menschenfreundlich und bauen eine sehr enge Bindung zu ihrem Menschen auf. Bei Bullterriern handelt es sich um eine gelassene Rasse, die durch kaum etwas aus der Ruhe zu bringen ist. Ob Stadtlärm, Silvesterraketen oder Fluglärm, diese Hunde sind meist sozusagen schussfest.

Bullterrier sind sehr loyale und verschmuste Hunde. Bei ihrem Energielevel rangiert es zwischen Sportskanonen und Couch-Potato. Sie können an einem Tag die Welt aus den Angeln reißen, um anschließend faul mit Herrchen und Frauchen auf dem Sofa zu liegen.

Bullterrier sind gut Wachhunde, jedoch nicht für die Alleinhaltung im Freien geeignet. Diese Rasse benötigt die enge Bindung mit dem Rudel. Durch die sensible Ader sind diese Hunde sehr harmoniebedürftig und halten sich am liebsten im Kreise der Familie auf.

Bullterrier – Herkunft & Geschichte

Diese Rasse wurde bereits zum Anfang des 19. Jahrhunderts gezüchtet. Bullterrier wurden aus weißen Terriern, Bulldoggen und Dalmatinern gezüchtet. Die Rasse geht auf den Züchter James Hinks zurück, der Bullterrier im Jahre 1850 offiziell anerkennen ließ.

In England wurde er bis zum Jahre 1835 als Kampfhund eingesetzt. Seit 1835 sind Hundekämpfe jedoch auch in England verboten – das Image der Bullterrier aber hat sich bis heute gehalten.

Bereits im 19. Jahrhundert aber waren Bullterrier beliebte Familienhunde der Arbeiterklasse. Diese Vierbeiner galten als besonders wachsam und nervenstark, aber auch als liebevoll – auch im Umgang mit anderen Tieren und Kindern.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wenn du dir einen Bullterrier anschaffen möchtest, gibt es viel zu bedenken. Du benötigst einen Sachkundenachweis, musst ein polizeiliches Führungszeugnis beim Ordnungsamt vorlegen und es werden explizit Versicherungen und die Genehmigung von Vermietern zur Haltung eines Bullterriers abgefragt. Das kostet natürlich alles Geld.

Die liebevollen Bullterrier sind jedoch jeden Cent wert. Denk aber daran, dass du mit deinem Vierbeiner einen Wesenstest ablegen musst und in vielen Bundesländern für diese Rasse Maulkorb-Pflicht und absolute Leinenpflicht besteht.

Bullterrier sind sehr anpassungsfähig und fühlen sich sowohl in der kleinen Stadtwohnung, als auch im Haus mit Garten wohl. Sie benötigen einen kuscheligen Schlafplatz im Kreise der Familie, wobei sie am liebsten auf der Couch oder mit im Bett schlafen.

Geeignete Aktivitäten für Bullterrier

Bullterrier sind meist sehr verspielt und haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Ob Dog-dancing, Agility, schwimmen, wandern oder nur Frisbee werfen, mit diesen Hunden kannst du dich sportlich absolut verausgaben. Auch ist es wichtig, dass Bullterrier immer körperlich, aber auch geistig ausgelastet werden. So hast du garantiert einen zufriedenen und ausgeglichenen Vierbeiner zu Hause.

Rassemerkmale der Bullterrier

Sein markantes Rassemerkmal ist wohl der Eierkopf. Das Fell der Bullterrier ist kurz, glatt und liegt dicht an. Im Winter kann sich eventuell eine Unterwolle bilden. Bullterrier können ein weißes, schwarz-weißes, gestromtes, rotes oder rehbraunes Fell haben. Es ist jedoch immer ein Weißanteil vorhanden.

Ein weiteres Merkmal ist der bullige und sehr muskulöse Körperbau. Wer einen Bullterrier zu Hause hat wird als weiteres Merkmal die vielleicht eigenartigsten oder abartigsten Schlafpositionen anführen. Bullterrier können in allen Lagen schlafen, häufig verdreht, mit dem Kopf nach unten und den Beinen in der Höhe.

Geeignete Ernährung für Bullterrier

Bullterrier haben häufig unter Hautproblemen und Allergien zu leiden. Meist trifft es Vierbeiner mit einem hohen Weißanteil im Fell besonders stark. Hier ist auf eine gute und ausgewogene Ernährung zu achten. Um der Nahrungsmittel-Allergie auf die Schliche zu kommen, kannst du mit der Unterstützung deines Tierarztes eine Ausschluss-Diät durchführen.

Generell vertragen Bullterrier getreidefreie Nahrung sehr gut. Auch solltest du auf salzfreie und sodiumfreie Ernährung achten, da Bullterrier auch zu Herzerkrankungen und Nierenschäden neigen.

Es ist auch wichtig, dass du deinen Hund schlank und fit hältst. Gerade HD, ED und anderer Erkrankungen des Bewegungs-Apparates treten bei übergewichtigen Hunden bedeutend schneller auf.

Bullterrier können wunderbar gebraft werden, lieben aber auch Trockenfutter oder Nassfutter. Das wichtigste ist, dass du auf Ausgewogenheit und eine gute Qualität achtest – der Gesundheit deines vierbeinigen Lieblings zuliebe.