Finnischer Lapphund

Finnischer Lapphund – der Coole aus dem hohen Norden

Der Finnische Lapphund wurde von den Samen (früher: Lappen) als Hütehund für ihre Rentierherden gezüchtet und gehalten. Er erinnert rein optisch an eine Kreuzung aus Husky und Langhaarschäferhund. Auch Ähnlichkeit mit einem kleinen Bären ist gelegentlich nicht von der Hand zu weisen. Was sein Aussehen betrifft, wurde die Zucht jedoch sehr frei gehalten, da den Samen sein Charakter und seine Wesenszüge bei der täglichen Arbeit mit den Rentieren wichtiger waren. Sein Erscheinungsbild ist also bis heute recht vielfältig. Die Rüden können eine Größe von bis zu 52 cm erreichen, die Weibchen sind auch bei dieser Rasse in der Regel kleiner und zierlicher. An Gewicht erreichen die sportlichen Hunde 15 bis 24 Kilogramm, ihre Lebenserwartung beträgt 12 bis 14 Jahre.

Steckbrief

checkLebenserwartung: 12 bis 14 Jahre
checkGewicht: 15 bis 24 kg
checkWiderristhöhe: 46 bis 52 cm
checkCharakter: freundlich, mutig, treu, ruhig
checkFarben: weiß, schwarz, zobel, rot, braun
checkFCI-Gruppe: FCI-Gruppe 5
checkKosten: Zwischen 900 & 1.200 Euro

Herkunft & Geschichte

Wie bei den meisten Vertretern der Gattung Hüte- und Herdenschutzhunde ist die genaue Entstehung der Rasse unklar. Ihr robuster Körperbau mit dem wasserdichten Fell gibt schon auf den ersten Blick einen Hinweis auf ihre ursprüngliche Verwendung als Arbeitshunde im Freien. Ihre äußere Erscheinung ist jedoch vielfältig. Erste Rassestandards wurden auch erst spät, nach dem Zweiten Weltkrieg, definiert. Seine erste Nennung stammt aus dem Jahr 1945, damals wurde er noch als “Finnischer Schäferhund” bezeichnet. Unter dem Namen “Finnischer Lapphund” firmiert er seit 1993.

Wesen und Charakter des finnischen Lapphunds

Der Finnische Lapphund ist ausgesprochen vielseitig in seiner Art, besticht aber hauptsächlich durch sein ruhiges, freundliches Wesen, das ihn in der heutigen Zeit zum perfekten und beliebten Familienhund macht. Er ist wachsam, meldet Fremde aber nur dezent und bellt selten mehr als unbedingt nötig. Aus seiner Zeit als Herdenschutzhund stammt sein Beschützerinstinkt, der sich in der Gegenwart hauptsächlich darin erkennen lässt, dass er möglichst nahe beim Rudel, also seiner Familie, sein möchte. Er kann problemlos überall hin mitgenommen werden, da er mit seiner ruhigen und souveränen Art jede Situation gekonnt zu meistern weiß und nie den Überblick verliert. Was ihn besonders auszeichnet: Der Finnische Lapphund passt sein Temperament und seine Zuneigungsbekundung an sein Gegenüber an. Kindern, Senioren und gebrechlichen Menschen gegenüber verhält er sich ausgesprochen intuitiv und sanft. Diese Eigenschaft hat ihm in der Gegenwart neue Joboptionen als Assistenz- und Therapiehund eröffnet. Als Besuchshund in Alters- und Pflegeheimen erfreut er sich auch großer Beliebtheit, da man sein dichtes Fell sehr gut greifen kann. Trotz aller Gelassenheit kann er seine Herkunft und seine genetischen Vorgaben aber nicht leugnen: Er ist ein temperamentvoller, agiler Zeitgenosse, der eines am allermeisten braucht: Bewegung.

Der finnische Lapphund als Sportskanone in Balance

Der Finnische Lapphund ist kein Couchpotato, auch wenn er nach einem sportlichen Tag sicher nichts dagegen hat, mit seinem Rudel den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Neben langen Spaziergängen ist er der perfekter Partner für Hundesportarten wie Agility und Obedience. Auch Suchspiele und Mantrailing würden das große Herz des nordischen Athleten sicher höher schlagen lassen. Bietet man ihm ausreichend Gelegenheit, seinem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen, kann er das menschliche Tagesprogramm aber auch problemlos im Büro und zuhause mitgestalten. Angst vor Nähe sollten die betroffenen Menschen allerdings nicht haben, denn: Er liebt Streicheleinheiten und braucht die Nähe zu seinen Menschen. Dass dabei auch ein paar Hundehaare den Besitzer wechseln können, ist selbsterklärend.

Finnischer Lapphund und die Erziehung

Wie die meisten Hütehunde ist der Finnische Lapphund von Haus aus sehr intelligent und in seinem Wesen daraufhin gezüchtet worden, selbständig Entscheidungen zu treffen. Was die Rentierherde beim Angriff durch Wölfe und Bären sicher sehr zu schätzen wusste, kann den Hundebesitzer heute schon mal vor interessante Alltagssituationen stellen. Kommt der Lapphund als Welpe in die Familie oder den Haushalt, so ist liebevolle Strenge und Konsequenz daher oberstes Gebot. Der “Lappi” checkt nämlich schon von Welpenpfoten an, wenn sich Schwachstellen bieten, die man ausreizen könnte. Zusätzlich zum bestechenden Welpenblick und der grundsätzlichen Charmeoffensive, die allen Welpen gemein ist, macht die überdurchschnittlich hohe Intelligenz dieser Hunderasse die Erziehung nicht zum Selbstläufer. Für Anfänger ist der Finnische Lapphund daher nur bedingt geeignet. Sich bei der Hundeerziehung professionelle Hilfe zu holen, ist ohnehin praktisch nie verkehrt und in diesem Fall sehr zu empfehlen. Auch sein Beschäftigungsprogramm kann mit einem “Personal Trainer” gleich viel besser mitgestaltet werden.

Überlegungen vor der Anschaffung

Der Finnische Lapphund ist im Grunde der perfekte Hund für sportliche Familien und Menschen, die gerne viel Zeit im Freien verbringen. Sein Fell muss regelmäßig gebürstet werden, da es sonst verfilzt und sich Knötchen bilden. Wer sich einen “Lappi” in die Familie holen möchte, sollte ihm dann auch die Möglichkeit bieten, möglichst überall dabei sein zu können. Er braucht Anschluss an sein Rudel, wie die meisten Hunde mag er eines am wenigsten: allein sein. Im Haus reicht ihm ein Platz bei seinen Menschen mit Rückzugsmöglichkeit, ein Garten macht – speziell im Winter – das Leben mit Hund allgemein leichter, ist aber kein Ersatz für tägliches Auspowern für den bewegungsfreudigen Hund. Wie alle nordischen Hunderassen mag er keine sommerlichen Temperaturen. An heißen Tagen sollten die Aktivitäten daher in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden stattfinden. Untertags muss ihm bei Hitze Ruhen an einem kühlen, schattigen Plätzchen gewährleistet werden.

An Kosten fallen neben Hundesteuer und dem jährlichen Besuch beim Tierarzt noch die Futterkosten an. Da er von Haus aus ein Fleischliebhaber ist (bei den Samen gab es rohes Rentierfleisch) wäre er ein guter Kandidat für alle, die Barfen als artgerechte Ernährung bevorzugen.