Pastor Mallorquin -Das Portrait

In Deutschland ist er wohl weniger bekannt, der ‘Pastor Mallorquín’, auch ‘Ca de Bestíar’ genannt. Sein Zuhause ist die Insel Mallorca. Sein Fell glänzt wie Ebenholz, und er ist kräftig. Vielleicht möchten Urlauber diesen liebenswerten und treuen Hund gern nach Deutschland mitnehmen. So stellen wir hier die Geheimnisse dieses wunderbaren Tieres vor.

Steckbrief

Lebenserwartung: 11 bis 13 Jahre
Gewicht: 35 bis 40 kg
Widerristhöhe: 62 bis 73 cm
Charakter: aufmerksam, aktiv, kontaktfreudig, temperamentvoll
Farben: schwarz
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 1
Kosten: Zwischen 500 & 800 Euro

Geschichte & Herkunft

Wie der Pastor Mallorquin einst nach Mallorca gelangte, ist nicht ganz klar. Seine Pfoten sollen zur Zeit der Wiedereroberung mit Jaime, I (1208-1276) den Boden dieses Archipels betreten haben.

Mallorquinische Dorfbewohner gaben ihm seine eigenen Eigenschaften, welche ihn von anderen mediterranen Schäferhunden unterscheiden. Er wurde schon immer als Schäferhund genutzt, der seine Herde zusammenhielt. Der ‘Ca de Bestiar’ (Viehhirte) oder auch ‘Ca de Bou’ (Ochsenhirte) musste seit jeher auf Schafs-, Schweine-, Kuh-, Ochsen- und Pferdeherden sowie Federvieh und auf die herrschaftlichen Besitztümer der Insulaner aufpassen und sie verteidigen.

Ab 1970 wurden seine typischen Eigenschaften, das schwarze Fell und die längeren Pfoten, kontrolliert gezüchtet, um diese mallorquinische Rasse zu kreieren. So kreuzte man ihn mit Ibiza- oder Festland-Jagdhunden oder mit ägyptischen Kampfhunden. Auch diese Urprünge sind unklar.

1980 wurden die Eigenschaften des ‘Pastor Mallorquin’ vom Club ‘Ca de bestiar’ festgelegt und von der RSCPFRCE (Real Sociedad Central para el Fomento de las Razas caninas de España) akzeptiert. Daraufhin wurde er von der Federación Cinológica Internacional (FCI) als ‘Ca de Bestiar’ bewertet und seit dem 13. September 1982 mit der Nummer 321, Gruppe 1 (Schäfer- und Ochsenherde-Hunde), Sektion 1ª als zugehörige Rasse der Schäferhunde anerkannt.

Wesen & Charakter

Dieser ruhige, edle, treue und intelligente Schäferhund mag wohl im ersten Moment Fremden gegenüber ein wenig skeptisch sein, doch diese Skepsis legt sich schnell. Er nähert sich wohlerzogen fremden Menschen, schließt dann gerne Freundschaften, schmeichelt sich bei ihnen ein und fordert Streicheleinheiten, schaut auf seine Bezugsperson mit einem Blick, der da sagt: “Sieh mal, wie toll ich gekrault werde”. Seine liebe, treue Seele schaut aus ihm heraus. Er passt bestens auf ‘seine Familie’ auf. Das bedeutet auch auf andere Haustiere, die im Familienbund leben. Er ist ein Beschützer- und Wachhund. Er bellt auch schon einmal auf, wenn jemand an die Pforte kommt oder ihm etwas nicht passt, oder auch wenn er meint, einen Streit zwischen anderen Tieren schlichten zu müssen. Aber aggressiv ist er nicht. Der Pastor Mallorquin ist in seiner Art außergewöhnlich liebenswürdig. Er hört sehr gut auf seine Bezugsperson, nicht auf andere, solange seine Bezugsperson zugegen ist. So soll es sein. Er hängt an seinem Menschen. Der ist ihm am allerwichtigsten. Er ist ihm ein treuer Geselle bis zum Tode. Sehr eifersüchtig ist er, aber ohne dabei aggressiv zu werden. Krault sein Mensch einmal ein anderes Tier, so fordert er ebenfalls Liebkosungen ein. Wenn er von jung an darauf erzogen wird, allein sein zu müssen, toleriert er auch später Abwesenheiten seines Besitzers. Sollte es eine Rasse nur für den Menschen geben, ist diese die ideale Gesellschaft.

Aktivitäten mit dem Ca de Bestiar

Am allerbesten sind Aktivitäten an der frischen Luft. Laufen, klettern, wandern, schwimmen. Alle Arten von Aktivitäten findet er überaus prima. Er ist ein durchaus tapferer Kamerad und kann kräftig gefordert werden. Mitunter sind Hundeweibchen-Gerüche nur allzu prickelnd, und der mallorquinische Schäferhund muss diesen unbedingt folgen. Im Meer schwimmt er einem Weibchen nach, an Land folgt er seinen Gerüchen und hört dann schon mal nicht so gern auf seinen Menschen. Er ist in seinem Edelmut selbstständig und unabhängig, möchte ganz einfach nun das tun, wonach ihm der Sinn steht. Er signalisiert, dass er gerade einen ganz eigenen Willen hat. Jeder Besitzer wird schon wissen, wie er das auffassen möchte, ob er mal ein Auge zudrückt und ihm freien Lauf lässt. Wenn man ihn aktiv trainiert, so klappt es dennoch bestens und ganz ohne Leckerlis. Der Pastor Mallorquin ist überaus gelehrig und fügsam. Als Belohnung mag er qualitätvolle Leckerlis, vor allem aber Liebkosungen, und er hört auf seine ‘Sitz’- und ‘Komm’-Befehle. Vielleicht findet er es völlig blödsinnig, am Straßenrand ‘Sitz’ zu machen, um gleich danach wieder aufzustehen, und er fragt sich, was sein Mensch für alberne Ideen hat. Fast kann man seine Gedanken lesen. Er lebt an frischer Luft draußen bestens. Physisch ist er dafür absolut robust genug. Er ist kein Stadthund. Sein Umfeld sollte die freie Natur sein.

Pflege & Gesundheit

Für die Gesundheit der Rasse sind einige grundlegende Ratschläge vonnöten, beispielsweise Naturkost und Brekkies mit einem Protein-Inhalt von mindestens 70 %. Er sollte die erforderlichen Impfungen (Mindestimpfung ist die Tollwut) und einen Mikrochip erhalten. Kastrieren oder sterilisieren kann man den Rüden ab einem Jahr und das Weibchen ab acht Monaten.

Die eine oder andere Dusche wird dem Hund zu frischen Düften verhelfen. Für Hunde gibt es ja extra Shampoos, sogar Schokoladenshampoos für schwarze Hunde. Seine Zähne müsste man ab und an mit spezieller Hunde-Paste säubern. Die Hunde dieser Rasse sind sehr resistent, dennoch können sie unter einer Fehlbildung der Hüfte leiden.

Der Preis für den Hund schwankt. Wird er beim Züchter gekauft, sind es zwischen 400€ und 800€. Privat oder im Laden gekauft sind es etwa 200 Euro. Leider landen oft Hunde dieser so liebenswerten Rasse in mallorquinischen Tierheimen (protectoras).

Rassemerkmale

Die Rüden dieser Rasse können bis zu 45 kg wiegen, die Weibchen bis zu 35 kg. Seine Widerristhöhe erreicht 73 Zentimeter, das der Weibchen 68 Zentimeter. Sein Fell ist dem Standard nach kurz und schwarz. Es gibt auch welche mit langem Fell, auch weiß mit bunten Flecken, aber eher selten. Manche tragen eine ‘weiße Krawatte’ auf der Brust. Der Kopf des Pastor Mallorquin ist dreieckig-breit und groß, sein Schnauze ist lang und kräftig. Er hat honigfarbene, braune Augen mit intelligentem und geheimnisvollem Ausdruck. Seine Ohren liegen fröhlich dreiwinklig und seitlich an. Sein kräftiger Körper ist gut proportioniert. Er hat lange und breite Pfoten, um sicher zu laufen. Seine Rute ist vom Ansatz her kräftig, lang, ohne den Boden zu berühren.

Der Pastor Mallorquin kann 14 Jahre alt werden. Er wird nur langsam erwachsen, von seiner Statur her und mental. Physisch jedenfalls ist er mit drei Jahren ausgewachsen und erfreut sich nun bester ‘Rüdenkraft’.