Was muss ich beim Welpenkauf beachten?

Hunde sind bekanntlich die besten Freunde des Menschen. Sie trösten einen an schlechten Tagen und machen gute Tage noch besser. Gerade Kinder erfreuen sich häufig an den Vierbeinern, weshalb sie oft als Geschenk betrachtet und eingesetzt werden. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass Hunde trotzdem Lebewesen sind, die auch eigene Wünsche und Bedürfnisse mit sich bringen. Die Hundehaltung bringt daher nicht nur Spaß und einen neuen Weggefährten mit sich, sondern auch Pflichten und Fakten, welche man zuvor bedenken muss. In diesem Artikel habe ich daher für euch die wichtigsten Informationen zusammengefasst, welche man vor dem Kauf eines Welpen beachten sollte.

Welche Rasse soll es sein?

Natürlich ist man sehr euphorisch, wenn man sich dafür entschieden hat, sein Leben künftig mit einem Hund zu teilen. Aber vorab gibt es einige Punkte zu bedenken, welche ich euch hier ans Herz legen möchte.

Als Erstes muss man sich darüber im Klaren sein, dass Hund nicht gleich Hund ist. Es gibt viele verschiedene Rassen mit unterschiedlichen Charakteren und Bedürfnissen. Sie werden verschieden groß und unterschiedlich alt, außerdem bringen manche Rassen statistisch gesehen mehr gesundheitliche Probleme mit sich als andere. Es gibt beispielsweise Rassen, die eher zurückhaltend sind und die Zeit alleine und mit ihren Menschen genießen. Dahingegen gibt es aber auch Hunde, die sehr viel Auslauf und Beschäftigung brauchen, um ausgelastet zu sein. Neben dem Aktivitätsbedürfnis der Hunde gibt es selbstverständlich auch Rassen, welche menschenbezogen und sanft sind, aber auch eher dominante und willensstarke Tiere. Man sollte also neben dem Aussehen der verschiedenen Rassen auch auf den Charakter achten. Denn wenn ein Hund sich nicht wohlfühlt, neigt er dazu, Chaos zu stiften oder sogar unrein zu werden. Auch Kinder, neue Umgebungen oder weitere Tiere sind nicht für alle Hunde gern gesehen. Daher sollte man möglichst von vorne herein eine Rasse wählen, die zu den eigenen Lebensumständen passt. Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass auch bei Nachwuchs oder Urlauben für den Vierbeiner gesorgt sein muss. Dies kostet Organisation und Geld, ist aber auf jeden Fall eine nötige Überlegung, die man anstellen muss. Da Hunde, ebenfalls je nach Rasse und Haltung, bis zu 20 Jahre alt werden können, muss man sich bewusst machen, ob man wirklich so lange für das Tier sorgen kann und möchte. Tierärztliche Behandlungen oder gegebenenfalls notwendig werdende Operationen sind nicht gerade günstig und dürfen daher nicht unterschätzt werden.

Kosten vor der Anschaffung

Neben den bereits genannten Kosten, die gegebenenfalls für Pensionen oder Tierärzte anfallen, gibt es noch weitere Kosten, die man im Hinterkopf behalten muss.

Offensichtlich muss der Hund ernährt werden, also sind Näpfe sowie ausreichendes Futter und eventuell auch Snacks immer vorrätig zu halten. Dabei bevorzugen einige Tiere bestimmte Marken oder Inhaltsstoffe, oder im Laufe ihres Lebens wird vielleicht auch eine spezielle Art der Diät notwendig, welche über – zumeist teureres – Futter angegangen wird.

Auch ein Halsband, oder besser mehrere, sowie Leinen und bei Bedarf auch ein Geschirr sollte man als Hundehalter besitzen. Dabei muss man mit der Zeit herausfinden, welche Art der Leine für sich selbst und den Vierbeiner am besten funktioniert (Zugleine, festes Seil, verschiedene Längen,..).

Zudem sollte eine Transportbox angeschafft werden, in welcher der Hund ausreichend Platz hat. So hat dieser auch auf nötigen Autofahrten, wie beispielsweise zum Tierarzt oder der Pension, einen sicheren Platz. Auf diese Weise wird Verletzungen vorgebeugt und das Tier findet eher Ruhe, als wenn es mit den Kindern oder einer Bezugsperson ungesichert auf dem Rücksitz mitfährt.

Aber auch im festen Zuhause sollte der Hund einen oder mehrere Rückzugsplätze für sich haben, wenn er nicht mit im Bett schlafen soll. Manche Hunde bevorzugen dabei eine einfache Decke, manche ein plüschiges Kissen oder ein ausstaffiertes Körbchen. Je nach Vorliebe und vielleicht auch bei Schäden durch Krallen oder Zähne muss man dem Hund also jederzeit einen sauberen, gemütlichen Schlafplatz anbieten können.

Passend zu Krallen und Zähnen: Auch für Spielzeug muss gesorgt werden. Dabei gibt es von normalen Kauknochen bis über quietschende Hühner und Seile alle möglichen Varianten. Für den Anfang reichen natürlich 1-2 Spielzeuge zur Probe, aber dennoch werden im Laufe des Hundelebens sicherlich noch mehrere Neuanschaffungen fällig.

Auch für die Fell- und Krallenpflege will gesorgt sein. Dies kann entweder ein Tierarzt oder -friseur übernehmen, oder man holt sich selbstständig geeignete Shampoos und Krallenkürzer.

Was natürlich ebenfalls nicht vergessen werden darf, ist der Preis für den Hund selbst, aber auch die Steuer und Versicherung für diesen. Je nach Rasse des Hundes ist diese je nach Land bzw. Bundesland anders, daher sollte man sich vorab informieren, wie es in der eigenen Wohnregion um die Kosten der Hundehaltung bestellt ist.

Der Kauf des Hundes

Sind vorab nun alle Hundemöbel, Spielzeuge und Futter besorgt, die Rasse ausgewählt und die Steuer und Versicherung abgeklärt, geht es endlich an den Kauf des neuen Weggefährten. Doch wo findet man das passende Exemplar? Möglichkeiten gibt es genug: Das Tierheim, Online-Anzeigen oder Aushänge, anerkannte Züchter.

Auf jeden Fall sollte man dabei auf eine gewisse Seriosität wert legen. Man sollte den Hund besuchen und sich auch eine gewisse Bedenkzeit nehmen dürfen. Antwortet einem der ausgewählte Verein oder Züchter nur sporadisch und zurückhaltend oder kann er keine Auskunft zur Rasse oder dem Tier und seinem Gesundheitszustand geben, ist davon eher Abstand zu nehmen.

Wichtig ist, dass sich beim ersten Kennenlernen alle Parteien wohlfühlen und der Züchter oder Verkäufer auch Interesse daran hat, wie sein Tier in Zukunft leben wird. Ebenfalls ist es empfehlenswert, wenn der neue Schützling schon geimpft und entwurmt ist. Außerdem sollten die Vierbeiner stets mit Gesundheitszeugnis, gegebenenfalls mit Geburtsurkunde, aber vor allem mit Vertrag abgegeben werden. Der Preis für das Tier, meistens als „Schutzgebühr“ bezeichnet, sollte angemessen sein, da es sich um ein Lebewesen handelt, dass wochen- bis monatelang gepflegt und versorgt wurde, und nicht um einen Gegenstand.

Bei dem Tier selber sollte auf ein gesundes Äußeres und eine gewisse Agilität geachtet werden. Wirkt der Welpe träge, hat verklebte Augen, ein zerrupftes Fell oder versteckt er sich zu viel, ist er vielleicht krank oder noch nicht bereit, sein Umfeld zu verlassen. Er sollte eine feuchte Nase und klare Augen aufweisen und im Idealfall natürlich schwanzwedelnd und offenherzig auf den Interessenten zukommen. Natürlich muss man bedenken, dass manche Welpen erst mit der Zeit auftauen, aber eine gewisse Freude wirkt definitiv vertrauenswürdiger als ein Tier, welches ängstlich in der Ecke sitzt und sich nicht beteiligen möchte. Dies ist vor allem für Anfänger in der Hundehaltung wichtig; bei entsprechender Vorerfahrung kann man aber natürlich auch einem Tier ein Zuhause geben, welches nach mehr Führung oder Aufmerksamkeit verlangt.

Das Ankommen im neuen Heim

Ist man mit seinem neuen Welpen zuhause angekommen, sollte man ihm erst einmal Zeit geben, sich alles anzusehen und zu beschnuppern, ohne ihn zu sehr zu bedrängen. Dauernd auf den Arm genommen zu werden könnte den Neuankömmling verängstigen. Er sollte seinen Schlafplatz und die Futterstelle kennen und darf sich gerne mit Spielzeug beschäftigen. Am Abend darf auch eine erste Runde gekuschelt werden. Mit Lektionen wie dem stubenrein werden können Sie natürlich beginnen, indem sie den Welpen beim Urin absetzen schnell an eine geeignete Stelle bringen. Aber mit den ersten Kommandos sollten Sie noch ein paar Tage abwarten und sich erst aneinander gewöhnen – schließlich steht Ihnen und ihrem neuen Wegbegleiter dafür ein ganzes Hundeleben zur Verfügung!